Chinesische Forscher haben kürzlich zum ersten Mal Affen unter Verwendung eines sogenannten Kerntransfers geklont. Die dabei zum Einsatz gekommene Methode entspricht der, mit der vor 22 Jahren das Schaf Dolly geklont wurde. Theoretisch könne man so auch Menschen klonen, so die Forscher. Allerdings wolle man das gar nicht.


Zwei geklonte Affenbabys

„Zhong Zhong“ und „Hua Hua“ – so heißen die beiden Klon-Äffchen, die in Shanghai zur Welt kamen und bisher zumindest die ersten 10 Wochen überlebt haben. Kombiniert man die beiden Namen, kommt „Zhong Hua“ heraus, was übersetzt China oder Chinesische Nation bedeutet. Die Namen spiegeln auch den Stellenwert wieder, den das Klonexperiment auch für die chinesische Regierung hat. Diese steckt schließlich auch seit Jahren Milliarden US-Dollar in die naturwissenschaftliche Forschung.


Wie auch schon bei dem Klonschaf Dolly übertrugen die Forscher den Zellkern in eine weibliche Eizelle, aus der der Kern vorher entfernt wurde. Im Anschluss wurde die Eizelle in die Gebährmutter eines weiblichen Affen implantiert und ausgetragen. Mit der Methode könnte theoretisch auch eine große Zahl genetisch gleicher Tiere geschaffen werden. Die Kerntransfer-Methode kam nach Dolly noch bei 20 anderen Tierarten zum Einsatz – unter anderem Kühen und Schweinen. Bei Primaten jedoch scheiterten entsprechende Versuche bisher.

Schlechte Erfolgsquote und zurückhaltende Reaktionen

In der Praxis war aber auch der Versuch der chinesischen Forscher eher ein Trial-and-Error-Geschichte. Mehr als 200 Embryone haben sie aus dem Erbgut erwachsener Langschwanzmakaken gewonnen. Dabei kam es unter den 42 Muttertieren, denen die Zellen eingesetzt wurden, lediglich zu zwei Lebendgeburten, die innerhalb einiger Stunden nach der Geburt starben. Bei 100 Embryonen, die aus dem Genom von Föten gewonnen wurden, kam es immerhin zu sechs Schwangerschaften unter 21 Leihmüttern. denen die Jungtiere lebendig zur Welt kamen und die ersten 50 Tage überlebten – „Zhong Zhong“ und „Hua Hua“. Im Anschluss reichten die Forscher ihren Artikel bei der Fachzeitschrift „Cell“ ein. Angaben über den aktuellen Zustand der beiden Affenbabys gibt es nicht.

Die Rezeption des Versuchs in der internationalen Wissenschafts-Community ist bisher noch zurückhaltend. Zum einen müsse die Studie erst im Detail überprüft und nachvollzogen werden. Zum anderen aber werfe das Klonen von Primaten auch ethische Fragen auf. Schließlich ist es von geklonten Affen zumindest theoretisch nicht mehr weit zu menschlichen Klonversuchen. Diese wären nicht nur wegen der noch sehr geringen Erfolgsquote problematisch, sondern berühren ethische Grundsatzfragen – noch mehr, als das bereits bei geklonten Affen der Fall ist. Die chinesischen Forscher versicherten jedoch, aktuell keine Notwendigkeit für das Klonen von Menschen zu sehen.

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.