Jahrelang exportierte Deutschland große Mengen an Plastikmüll nach China. Dort wurde das Material als günstiger Rohstoff zur Herstellung neuer Produkte verwendet. Doch diese Praxis brachte einen gewaltigen Nachteil mit sich: Die verwendeten Recycling-Verfahren trugen oftmals zur Umweltverschmutzung und zur Gefährdung der öffentlichen Gesundheit bei. Die chinesische Regierung reagierte drastisch und verhängte faktisch einen weitgehenden Importstopp. Im nun abgelaufenen Jahr musste Deutschland sich daher neue Verwendungsmöglichkeiten für den anfallenden Plastikmüll suchen. Die erste Bilanz in diesem Zusammenhang fällt durchaus positiv aus: Den Unternehmen ist es gelungen, Alternativen zum China-Export zu finden. Tatsächlich verteilt sich die Menge vor allem auf drei Verwertungsoptionen.


1. Einheimisches Recycling

Weil die Ware nicht mehr zu vergleichsweise hohen Preisen nach China verkauft werden kann, sind die Preise für den Rohstoff gesunken. Davon profitiert die Recycling-Branche hierzulande, die Plastikabfälle mit reiner und guter Qualität nun deutlich günstiger einkaufen kann als in der Vergangenheit. Dadurch wurden Recyclingprodukte auch preislich konkurrenzfähiger und die Auslastung der vorhandenen Anlagen nahm deutlich zu. Einige Beobachter sprachen daher schon von einem „Boom“ der einheimischen Recycling-Branche. Die Unternehmen müssen diese Gelegenheit nun allerdings auch nutzen, um in neue Technologien und Maschinen zu investieren.


2. Die thermische Verwertung

Plastikmüll einfach zu verbrennen, ist eigentlich keine besonders sinnvolle Verwertung des Rohstoffs. Solange dadurch aber vor allem fossile Energieträger ersetzt werden, hält sich der Schaden für Klima und Umwelt in Grenzen. Auch in diesem Bereich führte der chinesische Importstopp dazu, dass der Plastikmüll günstiger eingekauft werden konnte – was die Wirtschaftlichkeit der Verbrennungsanlagen erhöhte. Es lässt sich also sagen: Ein Teil des bisher exportierten Mülls wird jetzt einfach verbrannt.

3. Export in andere Länder

China hat zwar den Import von Plastikmüll weitgehend untersagt. Deutsche Firmen dürfen aber natürlich weiter in andere asiatische Länder exportieren. So wird inzwischen deutlich mehr Müll als in der Vergangenheit nach Indien und Thailand verkauft. Dort haben sich Firmen gefunden, die das alte chinesische Recycling-Modell weiter betreiben. Noch sind die Exportmengen allerdings deutlich geringer als in der Vergangenheit.

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