Andy Green liebt die Geschwindigkeit. Es ist daher auch kein Zufall, dass er bis heute eine beeindruckende Rekordmarke hält: Mit 1.227,99 Kilometern pro Stunde war er 1997 so schnell auf dem Landweg unterwegs wie nie jemand zuvor und danach. Doch Green wollte mehr und rief daher das Projekt „Bloodhound Supersonic Car“ ins Leben. Damit sollten zwei Ziele erreicht werden: Zum einen war der Bau des weltweit ersten Überschallautos geplant. So war eine Spitzengeschwindigkeit von 1.600 Stundenkilometern vorgesehen. Außerdem sollten durch die Aktion Schülerinnen und Schüler für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistert werden. Ob letzteres gelungen ist, lässt sich nur schwer sagen. Klar ist aber: Mit der Rekordfahrt wird es erstmal nichts.


Bild: BLOODHOUND SSC

Das Auto kommt auf stolze 13.500 PS

Denn Green und sein Team versuchten in den letzten Monaten neue Gelder in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro einzuwerben. Dies gelang allerdings nicht. Die Folge: Das Projekt muss eingestellt werden. Der Entwickler kündigte daher an, das „Bloodhoung Supersonic Car“ für umgerechnet 276.000 Euro verkaufen zu wollen. Noch muss das Fahrzeug aber unter Beweis stellen, dass damit tatsächlich Geschwindigkeitsrekorde erzielt werden können. Bisher ist es nie schneller als wenig beeindruckende 320 Km/h gefahren. Die Antriebstechnik spricht aber dafür, dass noch deutlich mehr möglich ist. So wurde zum einen ein Raketentriebwerk verbaut, zum anderen kommt ein Stahltriebwerk von Rolls Royce zum Einsatz, das ansonsten beim Eurofighter genutzt wird. Die PS-Zahl wird insgesamt mit 13.500 angegeben.

Die Rekordfahrt sollte in Südafrika stattfinden

Der Fahrer benötigt also extrem gute Nerven, um das Geschoss sicher zu steuern. Geschützt werden soll er – ähnlich wie in der Formel 1 – durch ein Monocoque aus Kohlenstofffasern. Den Angaben der Entwickler zufolge handelt es sich um das stärkste jemals gebaute Cockpit in der Geschichte des Automobils. Wie es mit dem Überschallauto nun weitergeht, ist aktuell noch unklar. Eine Strecke für die geplante Rekordfahrt gab es allerdings bereits: Sie sollte auf dem Hakskeen Pan, einem ausgetrockneten See in Südafrika, stattfinden. Da sich trotz intensiver Suche bisher keine Investoren fanden, ist es aber unwahrscheinlich, dass das Projekt in seiner jetzigen Form beibehalten wird. Für Andy Green bedeutet dies: Sein mehr als zwanzig Jahre alter Rekord bleibt erst einmal bestehen.


Via: BBC

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2 Kommentare

  1. eisvogel

    11. Dezember 2018 at 10:22

    Ich frag mich schon, was das Ganze eigentlich soll???
    Es ist doch klar, daß kein Investor sein Geld in den Sand setzen will.
    Wie blöd muß man eigentlich sein?
    Das Fahrzeug kann ohnehin nur auf schnurgerader Fahrbahn genutzt werden und ist für den alltäglichen Gebrauch unbrauchbar, ganz zu Schweigen von den horrenden Spritpreisen!

  2. Rekordfahrt-Fan

    11. Dezember 2018 at 15:52

    Und weshalb werden jetzt noch weitere 25 Mio. Euro benötigt? Mir ist nicht ganz klar, warum die Rekordfahrt nicht längst stattgefunden hat, da das Fahrzeug schon seit vielen Jahren fertiggestellt ist. Mir scheint, es handelt sich hier um ein skrupelloses Geldsammelprojekt, als um einen ernstgemeinten Weltrekordversuch.
    Ich begrüsse es, Schüler und Studenten für Mint-Fächer zu begeistern. Das geht aber auch, ohne naive Investoren übers Ohr zu hauen… Grüsse

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