Zu Beginn dieses Jahrtausends siedelten sich rund um die Doppelstadt Bitterfeld-Wolfen zahlreiche Unternehmen aus der Photovoltaik-Branche an. Die Region begann sich daher unter dem Namen Solar Valley zu vermarkten. Befeuert wurde diese Entwicklung durch hohe staatliche Subventionen. Doch langfristig erwies sich das Geschäftsmodell der meisten Firmen als nicht nachhaltig. Denn als günstige Anbieter aus Asien auf den Markt drängten, folgten zahlreiche Insolvenzen und Notverkäufe. Das Solar Valley ist daher längst Geschichte. Nun aber scheint es Bitterfeld erneut gelungen zu sein, eine Zukunftsbranche in den Osten Deutschlands zu locken. So kündigte der US-Konzern Farasis Energy an, in der Stadt eine Fabrik zur Produktion von Batteriezellen errichten zu wollen.


Bild: M_H.DE [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Eine wichtige Ansiedlung für die strukturschwache Region

Die geplanten Investitionen sind durchaus beachtlich: Insgesamt will der Konzern rund 600 Millionen Euro für den neuen Standort ausgeben und rund 6.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Für die eher strukturschwache Region in Sachsen-Anhalt stellt dies eine wichtige Ansiedlung dar. Allerdings müssen sich die Wirtschaftsplaner vor Ort noch ein wenig gedulden. Die Produktion der Batteriezellen soll nämlich erst im Jahr 2022 beginnen. Anschließend ist geplant, die Herstellung schrittweise bis zu einer Kapazität von zehn Gigawattstunden zu erhöhen. Dies würde ausreichen, um rund 100.000 Elektroautos zu versorgen. Farasis Energy will in Bitterfeld zudem nicht nur die Batteriezellen produzieren, sondern diese auch zu fertigen Akkus zusammensetzen. Noch ist allerdings nicht bekannt, welche Autohersteller als Abnehmer eingeplant sind.

Staatliche Subventionen haben eine Rolle gespielt

Bisher ist Farasis Energy allerdings noch kein großer Spieler auf dem Batteriezellen-Markt. Dieser wird stattdessen beinahe ausschließlich von asiatischen Unternehmen dominiert. Einer davon ist der chinesische Konzern CATL, der in Thüringen ebenfalls eine Fabrik für Batteriezellen errichten wird. Hier ist der Abnehmer bereits bekannt: Es handelt sich um BMW. Sowohl CATL als auch Farasis Energy werden dabei auch durch Subventionen der Länder und der Bundesregierung unterstützt. So erhält das US-Unternehmen in Bitterfeld mindestens 30 Millionen Euro aus einem Topf zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Weitere Gelder könnten hinzukommen, weil Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auch Fördermittel für die einheimische Produktion von Batteriezellen bereit gestellt hat. In Bitterfeld dürfte man hoffen, dass sich die Geschichte hier nicht wiederholt und die Unternehmen auch ohne staatliche Unterstützung konkurrenzfähig bleiben.


Via: Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt

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