Der Hambacher Forst ist mal wieder in den Fokus der Medien gerückt: Seit etwa vierzig Jahren muss der 12.000 Jahre alte Wald Stück für Stück dem Braukohleabbau weichen. Die ursprünglichen 4000 Hektar Fläche bewaldete Fläche sind bereits auf ca. 200 Hektar geschrumpft. Die noch verbliebenen Bäume sollen in den nächsten drei Jahren gerodet werden, so will es der Energiekonzern RWE.


Symbolfoto: ein intakter Wald ist mehr wert als pures Gold

Die ältesten Bäume im Hambacher Forst sind 350 Jahre alt

Man mag von den Aktivisten, die den Wald seit vielen Jahren besetzen und mit teilweise umstrittenen Mitteln verteidigen, halten, was man will: Doch wer einmal einen Blick auf diese uralten Bäume geworfen hat, die das kleine Reststück eines seit der Eiszeit bestehendes Biotops bilden, wird vermutlich schnell sein Herz für diesen wundersamen Ort entdecken. In Zeiten, wo die grüne Energie immer weiter fortschreitet und die Menschen endlich wieder die Bedeutung ihrer natürlichen Umwelt entdecken, erscheint die Rodung wie ein wahrer Anachronismus. Wie kann es sein, dass man dieses Stück Urwald vernichten will, wo wir doch längst verstanden haben, wie wichtig solche biologischen Wunderwerke sind?

REW-Aktie wird vom Outperformer zum Underperformer

Immerhin scheint der Widerstand mittlerweile auch in der ganz normalen Bevölkerung anzukommen: Greenpeace hat aktuell mehr als 600.000 Unterschriften gegen die Abholzung gesammelt, in den sozialen Medien werden fleißig Hilfsaufrufe, Bilder und Berichte geteilt.


Ab Mitte Oktober soll die Kettensäge wieder laufen, dies gilt es aus Sicht vieler Menschen, zu verhindern! RWE zeigt sich jedoch bisher unerbittlich, sodass es jetzt auch schon zu Boykottaufrufen durch Zeitungen und Protestler kam. Seit Beginn dieses Jahres machte sich die im Dax enthaltene Aktie des Unternehmens sehr gut, doch in der vergangenen Woche gab es plötzlich Kursverluste. Nun läuft das Geschäft an der Börse für RWE deutlich schlechter, die Wertpapiere sind vom Outperformer zum Underperformer geworden. Schlechte Publicity hat der Kasse noch gutgetan, man denke zum Beispiel an den Brent-Spar-Protest gegen Shell Mitte der 90er Jahre! Vielleicht lässt sich so tatsächlich noch etwas für den bedrohten Wald erreichen.

Quelle: welt.de, greenpeace.de

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