Anfang diesen Jahres geriet Volkswagen nicht nur wegen des Dieselskandals unter Druck, sondern auch aufgrund von umstrittenen Tierversuchen mit Affen. Eine Forschungsgemeinschaft, in der Volkswagen mit anderen deutschen Autoherstellern zusammenarbeitete, hatte die Tiere bewusst über längere Zeit den Abgasen eines VW Beetle ausgesetzt. Damit sollte eine Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation widerlegt werden. Diese hatte Dieslabgase zuvor als krebserregend eingestuft. Im Anschluss an die Tests wurde den Affen daher Lungengewebe entnommen, um dieses auf Entzündungen zu überprüfen. Die Bilder der grausamen Tests gingen um die Welt und sorgten für Empörung – zumal der Beetle auch noch manipuliert wurde, sodass die Ergebnisse vollkommen wertlos sind. Alleine in den Vereinigten Staaten schrieben 175.000 Personen an Volkswagen und verlangten eine Ende der Tierversuche.


Die neuen Vorgaben sollen auch schriftlich festgehalten werden

Zunächst wollte Volkswagen soweit allerdings noch nicht gehen. Zwar versprach der Konzern, nie wieder Abgastests bei Affen durchzuführen, doch eine weitergehende Zusage blieb aus. Dies änderte sich erst in dieser Woche durch einen Brief des neuen Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess an die Tierschutzorganisation PETA. Darin versprach der Konzernboss: Volkswagen werde zukünftig keine Tierversuche mehr durchführen – außer man sei gesetzlich dazu verpflichtet. Um diese Aussage auch konkret zu unterfüttern, sollen zudem die Verhaltensrichtlinien des Konzerns noch in diesem Jahr entsprechend angepasst werden. Damit wären die Tiere auch unter einer möglichen neuen Konzernführung zunächst einmal geschützt. PETA führt diesen Erfolg auf direkte Gespräche mit Volkswagen-Managern sowie die zahlreichen Demonstrationen und Protestbriefe zurück.


Personelle Konsequenzen wurden nicht gezogen

Tatsächlich könnte aber nicht alleine Einsicht Volkswagen zu diesem Schritt bewogen haben. Denn beinahe zeitgleich wurde auch eine andere Personalie bekannt: Der VW-Cheflobbyist Thomas Steg, in dessen Zuständigkeitsbereich die Tests an den Affen fielen, wird auf seinen alten Posten zurückkehren. Zuvor war er zunächst beurlaubt worden. Die interne Revision kam dann aber zu dem Ergebnis, dass keine persönliche rechtliche Verfehlung festzustellen sei. Steg selbst entschuldigte sich allerdings und bedauerte, die ethisch-moralischen Aspekte zu wenig beachtet zu haben. Die vollständige Absage an zukünftige Tierversuche könnte also auch ein Versuch sein, den Protest der Tierschutzorganisationen über die Rückkehr Stegs zu reduzieren. Den Tieren dürfte es egal sein: Sie profitieren auf jeden Fall von der neuen Richtlinie des Konzerns.

Via: PETA

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