Bereits im Jahr 2017 stellte sich Luxemburg gegen die weitere Zulassung des Herbizids Glyphosats in der EU. Andere Länder, vor allem auch Deutschland, entschieden anders und darum blieb uns das Spritzmittel weiterhin erhalten. Jetzt erhielt die luxemburgische Regierung einen neuen Impuls durch eine Gerichtsverhandlung, die der an Krebs erkrankte Kläger gewonnen hat.


Von Frank Vincentz – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

 

 


War bei dem Urteil ein Glyphosat-Malus im Spiel?

Die richterliche Entscheidung fiel Ende 2018: Der Klage eines Mannes, der jahrelang im beruflichen Umfeld ungeschützt mit Glyphosat in Kontakt stand und schwer an Krebs erkrankt war, wurde stattgegeben. In zweiter Instanz zwar, weil er den direkten Zusammenhang nicht beweisen konnte, doch immerhin. Rechtsanwalt Jean-Jacques Schonkert legte dem Gericht im neuerlichen Anlauf Akten aus amerikanischen Verhandlungen vor, die positiv für die Kläger ausgegangen waren. Dadurch gelangte der Richter zu der Annahme, es bestehe immerhin ein wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen dem Herbizid und der Erkrankung und gründete darauf sein Urteil. Der Anwalt vermutet, dass dabei eine Art Glyphosat-Malus mit im Spiel war, denn die Sensibilität ist bei dem Monsanto-Produkt aktuell deutlich erhöht. Anwalt Schonkert denkt nun über Luxemburg hinaus und richtet den Blick auf die gesamte EU: Er reichte nach dem zuletzt gewonnene Prozess Klage gegen Unbekannt ein, um nicht nur den Hersteller, sondern auch sämtliche Anbieter zur Rechenschaft zu ziehen. Bislang ermittelt dazu noch der Staatsanwalt.

Vorher war Glyphosat schon auf öffentlichem Gelände verboten

Inzwischen gab die luxemburgische Regierung bekannt, Glyphosat im eigenen Land bis Ende des Jahres 2020 vollständig zu verbieten. Bisher durfte das Mittel nur nicht auf öffentlichem Gelände angewandt werden, in der Landwirtschaft, bei der Bahn und in privaten Gärten aber schon. Und was ist mit uns hier in Deutschland? Wir erinnern uns, dass der ehemalige deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt im November 2017 entgegen seiner koalitionsinternen Absprachen für die EU-Zulassungsverlängerung um weitere 5 Jahre stimmte. Hätte er sich im Namen Deutschlands enthalten, wären die Glyphosat-Gegner wahrscheinlich schon damals siegreich aus der Abstimmung hervorgegangen. Ob es beim nächsten Mal anders läuft?

Quelle: deutschlandfunk.de

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