Kapsel- oder Padmaschinen für Kaffee erfreuen sich immer mehr Beliebtheit. Während die Single-Serving-Maschinen mit Pads noch halbwegs vertretbar sind, sind die Kapsel-Maschinen quasi der Alptraum jedes Konsumenten, der auf Nachhaltigkeit bedacht ist. Dabei gibt es durchaus sinnvolle Alternativen.


Was ist das Problem mit Kapselkaffee?

Hinter den Kaffeekapseln stehen Marken wie Tassimo oder Nespresso. Die kleinen Plastikkapseln enthalten genug gemahlenen Kaffee, um sich in einer entsprechenden Maschine in eine einzelne Tasse Kaffee verwandeln zu lassen. So weit, so praktisch. Kapselkaffee gibt es bereits seit den 1990er Jahren, aber der wirkliche Boom begann erst 2012. Seitdem sind Kapselmaschinen stetig beliebt. Das größte Argument für den Kaffee aus der Plastikkapsel ist sicher der Convenience-Faktor: Es gibt kaum Methoden, die morgens den Kaffee mit weniger Aufwand in die Tasse bekommen.


Ökologisch betrachtet sind die Kaffee-Kapseln allerdings eine Katastrophe. Das liegt unter anderem daran, dass sie aufgrund ihrer Größe und Zusammensetzung nur schwer zu recyceln sind. Das gilt mit Einschränkungen auch für die Kapseln aus Aluminium. Die können zwar theoretisch besser recycelt werden, landen aber dennoch oft genug auf Müllhalden statt im Recycling-Kreislauf. Außerdem werden bei der Herstellung von Aluminium-Kapsel große Mengen wertvoller Ressourcen und Energie benötig.

In jedem Fall schaffen die Kapseln ein echtes Müllproblem. Einige Forscher schätzen, dass sich im Jahr 2014 weltweit genug Kaffee-Kapseln auf Müllhalden befanden, um damit eine Kette zu bilden, die 10,5 mal um die Erde reicht. Aktuellen Schätzungen zufolge werden jedes Jahr um die acht Milliarden Kaffee-Kapseln verkauft.

Es besteht Handlungsbedarf

Alternativen zu den schwer zu recycelnden Aluminium- oder Plastikkapseln gibt es bereits. Einige Firmen bieten Kapseln an, die biologisch abbaubar sind, und auch wiederverwendbare Kapseln gibt es. Aber auch die großen Kapsel-Unternehmen forschen an Alternativen, die den Umgang mit dem durch den Kapsel-Kaffee entstehenden Abfall erleichtern sollen. So könnten Kapseln aus Polypropylen etwa deutlich leichter recycelt werden.

In jedem Fall existiert Handlungsbedarf. In einer Gesellschaft, in der Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Denken immer weiter verbreitet wird, haben Plastik-Kapseln für Kaffee eigentlich keinen Platz mehr. Es werden daher entweder umweltfreundliche Alternativen benötigt, oder die Verbraucher sollten wieder zu alternativen Zubereitungsmethoden wie dem guten alten Filter oder etwa der French Press zurück. Und ein guter Espresso kommt sowieso nicht aus einer Kapsel.

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