Sonnenschutz ist besonders momentan ein wichtiges Thema. Die Sonneneinstrahlung ist aktuell besonders hoch, und umso wichtiger ist es, sich mit einer guten Sonnencreme vor Sonnenbrand zu schützen. Die Wahl der richtigen Sonnencreme sollte nicht leichtfertig getroffen werden, schließlich sind viele Produkte auf dem Markt nur bedingt wirksam. Zudem enthalten viele Sonnencremes Titandioxid. Der Einsatz solcher Nanomittel ist umstritten, und sie waren bisher nur schwer nachweisbar. Den Forschern von Fraunhofer ist es nun jedoch gelungen, einen Test zu entwickeln, mit dem sich Titandioxid in Sonnencremes nachweisen lässt.


Sonnencreme
Foto: IMG_8637.jpg, Michael, Flickr, CC BY-SA 2.0

Nanopartikel vor allem in Kosmetika umstritten

Der Einsatz von Nanopartikeln in Kosmetika ist besonders umstritten, da die Produkte regelmäßig in direkten Kontakt mit der Haut der Kunden kommen. In Sonnenschutzremes finden häufig Nano-Titandioxidpartikel Verwendung, die wie ein Array winziger Spiegel funktionieren und die UV-Strahlung reflektieren sollen. Der Einsatz der Partikel wird kritisch gesehen, da sie in die Haut eindringen und dort Entzündungen verursachen können. Auch der Einsatz in den so praktischen Sonnenschutzsprays ist umstritten, da Forscher fürchten, dass die Nanopartikel beim Einatmen zu Lungenschäden führen können. Des Weiteren ist die Wirkung auf die Umwelt auch weiterhin nicht ausreichend erforscht, jedoch legen erste Untersuchungen nahe, dass Nano-Titandioxidpartikel sich negativ auf das ökologische Gleichgewicht auswirken. Produkte, die Nanopartikel enthalten, müssen inzwischen entsprechend gekennzeichnet werden.

Massenspektrometrie misst Titandioxid-Nanoteilchen

Trotz – oder gerade wegen – der strengen Vorgaben ist der Bedarf an entsprechenden Analysenerfahren groß. Mit herkömmlichen Methoden wie etwa der Transmissions- oder Rasterelektronenmikroskopie lassen sich die Nanopartikel nicht nachweisen. “Die Lichtstreuverfahren und die Mikroskopie sind für viele, unter anderem toxikologische Untersuchungen nicht selektiv genug”, so Gabriele Beck-Schwadorf, Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart in einer Pressemitteilung. Sie und ihr Team haben daher eine bestehende Messmethode weiterentwickelt und können nun Titandioxid-Nanoteilchen selbst in komplexen Medien sehr genau nachweisen. Hierfür misst das Team einzelne Partikel unter Einsatz des Massenspektrometrie-Verfahrens mit induktiv gekoppeltem Plasma. „Mit dieser Methode bestimme ich Massen. Titan hat die Atommasse 48 amu (engl. atomic mass unit). Stelle ich das Spektrometer darauf ein, so kann ich gezielt Titan messen, so Katrin Sommer, eine Lebensmittelchemikerin am IGB. Mit dieser Vorgehensweise können die Forscher genau bestimmen, wie viele Partikel eine bestimmte Größe haben und sie so identifizieren.


Massensektrometrieverfahren von Fraunhofer. Foto: Fraunhofer IGB
Massensektrometrieverfahren von Fraunhofer. Foto: Fraunhofer IGB

Verfahren kann flexibel eingesetzt werden

Anfangs wurde die Methode entwickelt, um das Vorkommen von Titandioxid-Nanoteilchen im Abwasser zu prüfen. Das so entwickelte Verfahren lässt sich aber auch auf Medien wie Sonnenschutzcremes anwenden. Natürlich wäre es auch bei anderen Kosmetika anwenden. Auch Wasser oder Lebensmittel können so geprüft werden. Das Verfahren bietet im Gegensatz zu bestehenden Tests eine hohe Sensitivität und ist gut dafür geeignet, zu überprüfen, welche Produkte nach geltenden EU-Richtlinien gekennzeichnet werden müssen.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.