Am gestrigen Abend konnte die NASA-Raumsonde Mars InSight erfolgreich auf dem roten Planeten landen. Es handelt sich zwar bereits um die achte Landesonde, die auf dem Mars landet, aber das macht solch eine Landung für die NASA noch lange nicht zur Routine. Erst letztes Jahr scheiterte eine ESA-Marssonde bei dem Landeversuch auf dem Mars und stürzte dabei ab. Bei InSight klappte es besser: Gestern Abend gegen 21:00 Uhr unserer Zeit setzte die Sonde wie geplant in der Ebene Elysium Planitia auf und übermittelte erste Statusmeldungen an das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.


Bild: NASA/JPL-CalTech

InSight setzte erfolgreich auf der Oberfläche auf

Wenige Minuten nach dem Eintritt der Sonde in die Atmosphäre des Mars machte sich im Jet Propulsion Laboratory Erleichterung breit: InSight übersendete die Nachricht, dass die Landung geglückt war. Nach 458.000 Millionen Kilometer und einer siebenmonatigen Reise hat InSight das Ziel der Mission erreicht und konnte nach einem komplexen Bremsmanöver erfolgreich am westlichen Rand der Ebene Elysium Planitia auf dem Mars auf.

Die gesamte Sequenz vom Atmosphäreneintritt bis zum Aufsetzen dauerte nur sechseinhalb Minuten. In dieser kurzen Zeitspanne musste InSight Dutzende von Operationen autonom durchführen und das fehlerfrei – und alles deutet darauf hin, dass ihm das gelungen ist„, so der InSight Projektmanager Tom Hoffman von der NASA.


Stromversorgung gesichert

Nach der Landung von InSight machte sich wieder Anspannung im JPL breit. Denn nun musste die Sonde die beiden gut zwei Meter großen, zehneckigen Solarsegel aufklappen, die die Stromversorgung sicherstellen sollen. Wäre dieses Manöver gescheitert, wäre die Sonde ohne Strom auf dem Mars gestrandet. Nach rund zweieinhalb Stunden gab es dann das erlösende Signal: Das Manöver war geglückt, die Stromversorgung von Mars InSight ist somit gesichert. „ Jetzt, wo wir wissen, dass die Sonnensegel in Position sind und die Batterien der Sonde lade, kann das InSight-Team beruhigter schlafen„, so Hoffman. Kurze Zeit später übermittelte Mars InSight auch die ersten Bilder von der Oberfläche des roten Planeten.

Der nächste Schritt der Mission ist das Entpacken des etwa 1,80 Meter langen Roboterarms. Dieser Vorgang wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. An dem Roboterarm ist eine Kamera angebracht, mit der die Sonde weitere Fotos der Marsoberfläche fotografieren wird. Die Wissenschaftler der NASA werden dann ein räumliches Modell der Oberfläche erstellen, um entscheiden zu können, wo die Sonde ihre Instrumente aufbauen und die geplante Bohrung durchführen soll. Der Roboter wird dann im Dezember das Seismometer SEIS sowie um Januar das Wärmefluss- und Bohrpaket HP3 absetzen. Letzteres benötigt eine möglichst sandige Stelle, um seine Bohrung durchführen zu können.

InSight soll Daten über das Marsinnere liefern

Bild: NASA/JPL-CalTech

Bis März 2019 soll der Marsbohrer sich dann nach und nach in eine Tiefe von fünf Metern vorarbeiten und auf dem Weg nach unten immer wieder Messungen durchführen. Die Forscher wollen anhand der Daten berechnen, wieviel Wärme das Marsinnere abgibt.

Wir wollen mit diesen Messungen die Temperatur des Marsinneren bestimmen und seine heutigen geologischen Aktivitäten im Inneren charakterisieren. Wir wollen darüber hinaus ermitteln, wie sich das Innere des Mars entwickelt hat, ob er noch immer über einen heißen flüssigen Kern verfügt und was die Erde im Vergleich so besonders macht„, so Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung.

Über das Innere des Mars ist noch nicht viel bekannt. Insbesondere ist für die Forscher von Interesse, warum die Dynamik der inneren Entwicklung des Planeten im Vergleich zur Erde so schnell abschwächte.

via NASA

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