Wie stressig die Arbeit an der University of Michigan in den Vereinigten Staaten ist, wissen wir nicht. Die Forscher dort haben sich nun aber genauer mit einer natürlichen Methode des Stressabbaus beschäftigt: Dem Gang in die Natur. Schon bisher war bekannt, dass Waldspaziergänge das Level an Stresshormonen deutlich senken können. Die US-Forscher sind daher nun der Frage nachgegangen wie lange und wie häufig man den Weg ins Grüne antreten sollte. Die Antwort: Schon zwanzig bis dreißig Minuten täglich reichen aus, um den Cortisolspiegel im Körper signifikant zu senken. Cortisol wird in den Nebennieren produziert und in der Leber abgebaut. Es wird auch als Stresshormon bezeichnet. Dauerhaft erhöhte Werte werden zudem mit zahlreichen Erkrankungen in Verbindung gebracht.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die genauen Hintergründe sind noch nicht erforscht

Im Rahmen der Studie wurden nun 36 Freiwillige beauftragt, mindestens drei mal in der Woche für mehr als zehn Minuten durch den Wald zu spazieren. Wann und wo der Gang in die Natur jeweils stattfand, blieb den Probanden selbst überlassen. Durch eine einfache Speichelprobe wurde aber regelmäßig der Cortisolspiegel der Teilnehmer bestimmt. Dadurch lies sich eindeutig nachweisen: Schon eine vergleichsweise kurze Zeitspanne in der Natur genügt, um das Stresslevel stark zu reduzieren. Unklar ist allerdings noch, warum genau dies geschieht. Liegt es an den Bäumen in der Umgebung? An der frischen Luft? Oder welche anderen Umweltfaktoren sind dafür verantwortlich? In diesen Punkten müssen weitere Forschungsarbeiten für Klarheit sorgen.

Ärzte könnten die „Naturpille“ verschreiben

Die Forscher in Michigan betonten allerdings, dass der Waldspaziergang nur dann seine Wirkung entfalten kann, wenn andere Stressfaktoren minimiert werden. So muss in der Zeit im Grünen das Smartphone in der Tasche bleiben. Auch sportliche Übungen, Unterhaltungen und das Lesen von Büchern oder Zeitungen sollten unterbleiben. Aufgrund ihrer Ergebnisse sprachen die Wissenschaftler anschließend vom Wald als „Naturpille“. Sie hoffen, Ärzten damit eine Art Faustregel mit auf den Weg zu geben, die diese dann in konkreten Empfehlungen an ihre Patienten weiterreichen. In Japan ist man in diesem Punkt bereits deutlich weiter. Dort hat sich „Waldmedizin“ bereits als eigener Forschungszweig an den staatlichen Universitäten etabliert.


Via: FAZ

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