Die deutschen Tankstellen werden gezwungen neben dem normalen Benzin auch den so genannten E10-Kraftstoff anzubieten. Dieser enthält zwischen fünf und zehn Prozent Bioethanol und soll so die Energiebilanz beim Tanken verbessern. Wirklich beliebt ist der Biokraftstoff allerdings nicht, denn viele Autofahrer haben Angst durch die Beimischung ihren Motor zu schädigen. Wissenschaftler der „University of Maryland“ haben nun allerdings ein Verfahren entwickelt, bei dem hundertprozentiger Bio-Kraftstoff entsteht. Mit Hilfe von alkoholresistenten Bakterien wird dabei Biomasse in Benzin verwandelt. Auf lange Sicht ist dieses Verfahren energie- und kosteneffizienter als die Biomasse zunächst in Ethanol zu verwandeln und dann dem Benzin beizumischen.


Foto: joho345 (Own work), via Wikimedia Commons
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Bakterien wandeln Hydrogen und Biomasse in Benzin um

Professor Richard Kohn und Dr. Seon-Woo Kim hatten in der Vergangenheit bereits ein Verfahren entwickelt, um Biomasse in Ethanol zu verwandeln. Nun haben sie den dabei genutzten Prozess leicht abgewandelt. Auf diese Weise produzieren die Bakterien kein Ethanol mehr, sondern Hexan und Oktan – die zwei elementaren Bestandteile von Benzin. Der abschließende Umwandlungsprozess findet dabei in einer so genannten Fermentationsbrühe statt, wobei das produzierte Benzin nach oben steigt. Bisher allerdings wurde das Verfahren lediglich im Labor erprobt. Die Forscher hoffen allerdings, durch weitere Versuche die Praktikabilität noch zu steigern und dann auch erste Feldversuche unternehmen zu können.

Biomasse kann aus vielen Quellen gewonnen werden

Das Potential des neu entwickelten Verfahrens ist dabei ziemlich groß. Denn als Biomasse kann alles genutzt werden, was einmal einem lebenden Organismus entstammte. Also beispielsweise die nach der Ernte zurückbleibenden Bioabfälle oder die Überbleibsel in einem Sägewerk. Auch das Abwasser wird in einigen Städten bereits zur Energiegewinnung genutzt und ist potentiell eine Quelle für wertvolle Biomasse. Neben der Patentanmeldung haben die Forscher ihre Ergebnisse auch in dem Fachmagazin „Journal of Theoretical Biology“ publiziert. Um die Forschungen allerdings fortsetzen zu können, müssen sie zunächst weitere Forschungsgelder akquirieren.


Via: Sciencedirect.com

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1 Kommentar

  1. Mahée Ferlini

    30. Dezember 2015 at 16:32

    Sehr coole Idee!

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