Die niederländische Stadt Venray liegt in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze und hat gut 40.000 Einwohner. Schlagzeilen machte der Ort nun durch eine besondere Geschäftseröffnung. Denn unter dem Namen „Falsche Luft“ wird dort der erste Lachgas-Laden der Niederlande betrieben. Kunden zahlen in dem Geschäft fünf Euro und dürfen dafür das Gas aus einem Luftballon einatmen. Anschließend genießen sie den einsetzenden kurzen Rausch für wenige Minuten auf bereitgestellten alten Kinostühlen. Was zunächst einmal etwas merkwürdig klingt, baut auf einem landesweiten Trend in den Niederlanden auf. Denn dort wird das Lachgas immer öfter als Partydroge genutzt. Die Behörden des Landes finden dies allerdings alles andere als lustig. In immer mehr Städten wird inzwischen sogar über ein Verbot nachgedacht.


Bild: Gemeinfrei

Der normale Konsum ist gesundheitlich unbedenklich

In der Vergangenheit wurde Lachgas regelmäßig von Zahnärzten zur Betäubung eingesetzt. Grundsätzlich ist die Einnahme aus gesundheitlicher Sicht auch unbedenklich. So bestätigt das Gesundheitsamt: Wer einmal im Monat fünf bis zehn Kapseln Lachgas konsumiert, hat keine gesundheitlichen Auswirkungen zu befürchten. Problematisch sind allerdings vor allem zwei Dinge. Zum einen kann die Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Weil Partydrogen eher selten nüchtern konsumiert werden, kann dies zum Problem werden. Hinzu kommt: Exzessiver Konsum kann zu Schäden am zentralen Nervenkostüm führen. So registrierten die Behörden alleine im ersten Halbjahr 2019 bereits 67 Fälle einer schwer wiegenden Lachgas-Vergiftung. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 gab es insgesamt nur 13 solcher Patienten.

Die Partydroge kann im Supermarkt gekauft werden

Zur Verbreitung von Lachgas als Partydroge haben vor allem zwei Faktoren beigetragen: Die einfache Verfügbarkeit und der niedrige Preis. So ist Lachgas beispielsweise auch in den Kapseln von Sprühsahne enthalten. Diese können einfach im Supermarkt gekauft werden. Großpackungen sind schon ab 25 Cent pro Kapsel zu haben. In Amsterdam muss sich allerdings niemand die Mühe machen, selbst einkaufen zu gehen. Stattdessen hat sich inzwischen ein eigener Lieferdienst etabliert. Mit insgesamt zehn Lastenrädern werden dort insbesondere in den Abendstunden mit Lachgas gefüllte Ballons zu den Kunden gebracht. Da ist es kein Wunder, dass immerhin schon jeder Fünfte Niederländer zwischen 20 und 24 Jahren schon einmal Lachgas als Partydroge konsumiert hat. Die Kommunen sind davon wenig begeistert. Sie warnen nicht nur vor den gesundheitlichen Gefahren, sondern beschweren sich auch über zunehmenden Lärm und den anfallenden Müll.


Via: FAZ

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1 Kommentar

  1. Björn

    14. August 2019 at 07:39

    . . . „sondern beschweren sich auch über zunehmenden Lärm“ . . .

    Lachen = Lärm?

    Da läuft was mächtig Falsch im Staate Dänemark(NICHT) Holland(!).

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