Auch Bakterien durchlaufen mit der Zeit eine evolutionäre Entwicklung. Dies kann dazu führen, dass sie Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika entwickeln – was gleich in doppelter Hinsicht problematisch ist. Denn erstens ist die Zahl der verfügbaren Antibiotika begrenzt. Die Forschung an neuen Antibiotika wurde erst vor kurzem wieder ernsthaft aufgenommen. Hinzu kommt, dass sich die resistenten Bakterien durch den evolutionären Prozess ziemlich schnell ausbreiten können. Es ist daher wichtig, diese möglichst schnell mit einem wirksamen Antibiotikum zu bekämpfen. Bisher allerdings war es vergleichsweise zeit- und arbeitsintensiv den richtigen Wirkstoff zu finden. Ein Computerprogramm der „University of Oxford“ soll hier nun Abhilfe schaffen.


Source: University of Oxford
Source: University of Oxford

Die DNA der resistenten Bakterien wird untersucht

Momentan werden resistente Bakterien noch ins Labor gebracht. Dort werden sie in Petrischalen verschiedenen Antibiotika ausgesetzt und es wird geschaut, welcher Wirkstoff sein Ziel erreicht. Dieser Vorgang kann aber schon einmal mehrere Tage dauern und bindet teure Laborarbeitszeit. Die Forscher der „University of Oxford“ wählten daher einen anderen Ansatz. Ihr Computerprogramm untersucht die DNA der Bakterien und schaut nach typischen Mutationen, die auf eine Resistenz hinweisen könnten. Dabei vergleicht das Programm die DNA auch mit Proben aus der Vergangenheit und zieht daraus weitere Schlüsse. Je öfter es genutzt wird, desto akkurater werden also die Prognosen des Programms.

Deutliche Zeitersparnis erleichtert die Behandlung

Getestet wurde die Neuentwicklung bisher bei zwei Krankheitserregern: Tuberkulose-Bakterien und Staphylokokken. Bei letzteren erreichte das Programm bereits eine Genauigkeit von 99 Prozent und ist damit genauso akkurat wie eine Untersuchung im Labor. Mit den resistenten Tuberkulose-Erregern gab es allerdings noch mehr Probleme. Hier wurde in 82,6 Prozent der Fälle die richtige Resistenz erkannt. Am Beispiel der Tuberkulose lässt sich allerdings auch der potentielle Vorteil des neuen Computerprogramms erkennen: Denn das herkömmliche Testverfahren nimmt bisher zwischen fünf und sechzehn Wochen in Anspruch – der Computer hingegen analysiert die DNA innerhalb von wenigen Minuten.


Via: University of Oxford

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