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Wissenschaftler und Ärzte arbeiten stets mit Hochtouren an neuen Antikörpertherapien, die Leukämie- Patienten Hoffnung geben sollen. Fokussiert wird dabei unter anderem die Bekämpfung der chronisch lympathischen Leukämie (CLL). Diese tritt bei etwa 30 Prozent aller Leukämie-Erkrankten auf und ist somit auch gleichzeitig die häufigste Form von Blutkrebs. Betroffen sind vor allem ältere Patienten und ausnahmslos Erwachsene. Ein Grund für die Erkrankung ist die mit dem zunehmenden Alter einhergehende schwächelnde Immunabwehr, welche wiederum durch ein Defizit intakter Lymphozyten hervorgerufen wird.


Obinutuzumab: Die neuen Wunder-Antikörper

Im Kampf gegen die CLL finden sich Wissenschaftler aus verschiedenen Regionen zusammen um gemeinsam an modernen Antikörpertherapien zu arbeiten. Zunächst werden dabei körpereigene Antikörper im Labor reproduziert um die Immunabwehr zu stärken. Der Vorteil der im Labor „nachgebauten“ Antikörper ist zudem, dass diese entsprechend modifiziert werden können um Tumorzellen zu markieren. Die somit kenntlich gemachten Krebszellen werden vom Immunsystem schneller erkannt und bekämpft. Eine weitere abgewandelte Antikörper-Art stört die Signalwege und sorgt schließlich dafür, dass Tumore nicht mehr wachsen.

In den USA wurde im Schnellverfahren ein neuartiger Antikörper mit der Bezeichnung Obinutuzumab bereits zugelassen, da die Therapien entsprechend erfolgreich verliefen. Nun erhielt der humanisierte monoklonale Antikörper auch in Europa die wichtige Zulassung um ebenfalls im Kampf gegen CLL eingesetzt werden zu können. Bereits im November letzten Jahres bezeichnete die amerikanische Arzneimittelbehörde die neuen Antikörper als Therapiedurchbruch.


Vielversprechende Heilungschancen und geringe Nebenwirkungen

Die Roche Pharma AG hat das neue Medikament, welches auf den Namen Gazyvaro hört entwickelt. Es ist vor allem die besondere Konstruktion, die Obinutuzumab von herkömmlichen Antikörpern abhebt, heißt es aus Unternehmenskreisen. Der Wirkstoff soll andere körpereigene Antikörper vermehrt für die Bekämpfung der Krebszellen mobilisieren. Darüber hinaus kann Obinutuzumab aber auch selbst den Zelltod herbei führen. Genau diese Eigenschaften machen die neue Antikörpertherapie so erfolgreich.

Bevor es zu der Zulassung des neuen Medikaments durch die European Medicines Agency (EMA) kam, führte Roche zusammen mit der CLL-Studiengruppe (DCLLSG) an der Universitätsklinik Köln eine Studie zu dem neuen Gazyvaro durch. Insgesamt wurden 781 Patienten, die an CLL erkrankten mit dem Wirkstoff behandelt. Als Studienergebnis kristallisierte sich heraus, dass Gazyvaro das Leben der CLL-Patienten durchaus verlängerte und zudem kaum Nebenwirkungen festgestellt werden konnten.

Im Vergleich zu bisherigen Chemotherapie-Behandlungen konnten bei zehn Mal so vielen Patienten nach der Behandlung mit Gazyvaro in keinster Weise mehr Anhaltspunkte für eine Erkrankung festgestellt werden. Der Erfolg spricht dabei klar für sich. Die festgestellten Nebenwirkungen beschränkten sich auf übliche Vorkommnisse wie Übelkeit, Fieber, Schüttelfrost und Blutdruckabfall. Diese Begleitsymptome, die als infusionsassoziierte Reaktionen eingestuft werden, können jedoch gut behandelt werden. In Zukunft kann CLL also noch effizienter bekämpft werden, was durchaus zu begrüßen ist.

Quelle: Roche

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