Das Konzept des Hyperloops klingt genial: Speziell entworfene Transportkapseln sollen mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 Stundenkilometern durch eine Vakuumröhre geschickt werden. Dadurch könnte sich die Reisezeit zwischen zwei Punkten massiv verkürzen. Bisher gibt es allerdings ein Problem: In der Praxis fährt noch gar kein Hyperloop. Der bisherige Geschwindigkeitsrekord wurde von der Firma Virgin Hyperloop One erzielt und liegt bei 387 Kilometern pro Stunde. Das Konkurrenzunternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT) will diesen Wert zukünftig deutlich überbieten und baut daher im französischen Toulouse eine eigene Teststrecke. Erste Bilder auf Twitter zeigen nun, dass das Röhrensystem bereits fertig gestellt wurde. Jetzt müssen noch die Vakuumpumpen installiert werden, bevor im April die ersten Testfahrten beginnen sollen.


Toulouse ist die europäische Hyperloop-Hauptstadt

Die Vakuumröhre besitzt einen Durchmesser von vier Metern und kommt somit die angestrebte Originalgröße. Allerdings ist sie nur 320 Meter lang, sodass die volle Geschwindigkeit auch hier noch nicht erreicht werden dürfte. Zumindest bietet die Teststrecke aber eine Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit der Technologie unter Beweis zu stellen. Dass sie ausgerechnet im französischen Toulouse errichtet wurde, ist kein Zufall. Dort baut HTT seit zwei Jahren ein großes Forschungs- und Entwicklungszentrum auf. Die Standortwahl wurde auch durch massive Subventionen der örtlichen Behörden erleichtert. So stellte die öffentliche Hand unter anderem die Grundstücke kostenfrei zur Verfügung. Hinzu kommt: Durch die rund um die Stadt angesiedelten Luftfahrtunternehmen gibt es bereits eine große Expertise vor Ort und zahlreiche gut ausgebildete Fachkräfte.


Erste Strecken sind in China und Dubai geplant

Die Transportkapsel, die ab April durch die Vakuumröhre schießen soll, wird hingegen in Spanien gebaut. Sie trägt den Namen Quintero One und wurde bereits im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert. Noch handelt es sich aber um ein reines Testobjekt – ohne jede Innenausstattung. Für die Produktion in Südspanien wurde eigens eine neue Firma namens Airtificial gegründet. HTT-Chef Dirk Ahlborn gab vor kurzem bekannt, dass sein Unternehmen an Strecken in Dubai und China arbeite. Die Realisierung soll innerhalb der nächsten drei Jahre erfolgen. Allerdings gibt es aus der Vergangenheit auch Beispiele, bei denen sich die großen Hoffnungen nicht erfüllt haben. Der in Deutschland entwickelte Transrapid etwa fährt nur auf einer einzigen Strecke in Shanghai. Der letzte in Deutschland produzierte Transrapid wurde hingegen an einen Wurstfabrikanten verkauft.

Via: Hyperloop Twitter

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1 Kommentar

  1. Joseph Bülhoff

    26. März 2019 at 21:08

    Vielleicht sollte man die Technik erst einmal an einem Modell erproben, bevor man sinnlos Geld verballert. Wie eine Vakuumbahn völlig ohne Vakuumpumpen funktioniert, kann man dann testen. Die 12000 Kmh sind natürlich Blödsinn. Die Hälfte reicht völlig. Magnetschwebetechnik und Luftkissen sind ebenfalls unsinnig. Einspurig in Leichtbauweise mit konventionellem Antrieb ist die Bahn auch in Kurven schnell, und Abzweige (Weichen) sind kein Problem. Wovon ich bisher noch nichts gehört habe ist, wie man die Bahn kühlen will. Spätestens, wenn die Bahn in dichter Wagenfolge betrieben wird (nur so ist sie rentabel), fällt einiges an Abwärme im Rohr an. Technisch ist die Kühlung kein großes Problem, aber man muss es lösen.

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