Während in Deutschland noch über die Einführung der blauen Plakette diskutiert wird, schafft Genf seine alten Dieselbusse ab. Ersetzt werden sollen die »Stinker« durch moderne Elektrobusse mit einem ausgeklügelten Schnellladesystem.


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Der Bus der Zukunft? / Foto: ABB

12 vollelektrische Busse mit Schnellladesystem für die Vororte

Der Züricher Energie- und Automatisierungskonzern ABB hat ein Schnellladesystem für Elektrobusse auf den Markt gebracht, das die Stadt Genf dankbar annimmt. Denn in den durch die Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) bedienten Vororten verkehren derzeit noch luftverpestende Dieselbusse, die jetzt durch 12 vollelektrische TOSA-Trolleybusse von der Firma Hess ersetzt werden sollen. Auf der einen Seite stehen Ausgaben von 16 Millionen Franken, auf der anderen Seite lockt eine Einsparung von 1.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, ganz zu schweigen von der zu erwartenden Verbesserung der Feinstaubwerte.

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Die neuen TOSA Elektrobusse der Stadt Genf / Foto: ABB

An jeder vierten Haltestelle 15 Sekunden laden

Das Aufladekonzept sieht folgendermaßen aus: Auf jedem der Trolleybusse befindet sich eine spezielle Vorrichtung, die sich mit einer über den Haltestellen platzierten Ladestationen verbinden kann. Oberleitungen sind also nicht nötig, nur die sogenannten Flash-Lader, die sich ungefähr über jeder vierten Haltestelle befinden. Innerhalb von 15 bis 20 Sekunden fließen hier 600 Kilowatt Energie, das reicht, um problemlos bis zur nächsten Ladestation zu gelangen. An der Endstation wird dann innerhalb von vier bis fünf Minuten ganz aufgetankt, sodass die neue Runde mit vollständig aufgeladenem Akku beginnt. Auch die Verkehrsbetriebe Zürich prüfen nun, ob sie ihre Hybridbusse in Zukunft durch schnell aufzuladende Elektrobusse ersetzen, allerdings schrecken sie noch vor der Investition in die zusätzliche Infrastruktur zurück. Auch die Lebensdauer der benötigten Batterien ist noch recht ungewiss. Stufenweises Aufladen könnte insgesamt eine interessante Möglichkeit sein, elektrisch betriebenen Fahrzeugen mehr Reichweite und kürzere Auftankzeiten zu beschaffen.


Quellen: autoblog.com, blick.ch

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1 Kommentar

  1. Fattyman

    24. Juli 2016 at 18:40

    Sieht mir nicht nach einem reinen Akku-betriebenen System aus. 15-20 Sekunden Leistungs-Flash halten in dieser Größenordnung nur Super-Caps aus. In der Formel 1 und un anderen modernen Rennwagenserien kommen schon solche Energiespeicher zum Einsatz. Ihr Vorteil: extrem kurze Ladezeiten von 0 auf 100. Ihr Nachteil: im Vergleich zu Akku-betriebenen System eine Reichweite von maximal 5 %, meistens sogar noch viel weniger! Für Stadtbusse mag eine solche Lösung – kurze Fahrzeiten zwischen den Stationen gangbar sein. Das System sollte aber unbedingt noch staugeprüft werden. Durch die längeren Wartezeiten ohne Schnelladung kann es zu energetischen Engpässen kommen. Man benötigt dann dafür einen entsprechenden Überbrückungsspeicher. Überlandbusse werden mit dieser Technik niemals realisiert werden können. Ich sehe bei Überlandbussen eher ein Akku-betriebenes System mit Energiepaket-Wechsel als mögliche Lösung. Immerhin sind Wartezeiten zum Laden Zeit- und Geldverschwendung.

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