Der neue Gesundheitsreport der DKV hat ergeben, dass die Deutschen am Tag zu viel sitzen. Der Report ist alarmierend, da stundenlanges sitzen am Schreibtisch und vor dem Fernseher einen gesundheitlichen Risikofaktor herbeiführen kann.


Sitzen verboten via Wikimedia Commons/Bloody666 gemeinfrei
Sitzen verboten via Wikimedia Commons/Bloody666 gemeinfrei

Dauersitzen als eigenständiger Risikofaktor für die Gesundheit

Für die aktuelle Gesundheitsstudie wurden 3000 Bundesbürger befragt. Im Ergebnis konnte festgehalten werden, dass wir tagsüber viel zu lange sitzen. Ob im Büro oder auf dem heimischen Sofa, es muss mehr Bewegung mit ins Spiel gebracht werden um dem zu langen Sitzen Einhalt gebieten zu können. Die Experten vom Zentrum für Gesundheit durch Bewegung und Sport der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) empfehlen beispielsweise während der Arbeits-Pause kleinere Übungen am Schreibtisch oder im Pausenraum durchzuführen. Zudem sollte täglich auch die Treppe und nicht der Fahrstuhl bevorzugt werden um ein gewisses Grundkontingent an Bewegung zu erreichen. Im Schnitt sitzen die Deutschen siebeneinhalb Stunden pro Tag. Das Ergebnis ist erschreckend und überrascht auch die Experten. Bei Jugendlichen ist die durchschnittliche Sitzdauer mit neun Stunden noch gravierender. Das entspricht fast der Hälfte der Wachzeit. Dauersitzen wird in der heutigen Zeit als eigenständiger Risikofaktor für die Gesundheit angesehen. „Durch den Bewegungsmangel verändern sich die wichtigen Funktionen im Körper. Rückenschmerzen sind da nur ein erstes Anzeichen. Muskelschwund etwa kann zu Diabetes führen. Dadurch, dass das System, Gelenke, Knochen und Knorpel keine Reize bekommen, entsteht Arthrose oder Osteoporose.“ so Ingo Froböse, Professor an der DSHS und wissenschaftlicher Leiter des Reports gegenüber der dpa.

Der Deutsche sitzt im Schnitt nicht nur gern viel auf der Arbeit, sondern auch zuhause. Entweder summieren sich die Stunden vor dem PC oder vor dem TV. Dabei verbringen die Deutschen im Schnitt 30 Prozent der gesamten Sitzzeiten unter der Woche vor dem geliebten Fernseher. Am Wochenende klettert der Schnitt dann schonmal auf 38 Prozent. Die DKV betont unter Berücksichtigung der aktuellen Zahlen, dass statistisch gesehen jede zusätzliche Stunde auf der Couch die Sterblichkeit um elf Prozent erhöht. Erschreckend! Die Arbeit am Schreibtisch ist mit 24 Prozent der zweit-häufigste Grund für das zu lange Sitzen im Bundesdurchschnitt.


Im stehen Telefonieren fördert den Stoffwechsel

Die Befragungen zu der neusten Gesundheits-Studie wurden telefonisch durchgeführt. 61 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie sich bei zu langem Sitzen unwohl fühlen. Dennoch hält sich die Motivation etwas gegen das Unwohlfühlen zu unternehmen stark in Grenzen. Dabei könnte schon der Gang zum Nachbar-Schreibtisch wahre Wunder bewirken. Dieser wird oftmals durch eine bequemere E-Mail vermieden. Desweiteren sorgt auch ein längerer Nach-Hause-Weg für mehr Bewegung, die dem Körper gut tut. Interessant ist dabei, dass bereits eine Stunde stehen am Tag den Stoffwechsel verdoppelt. Sportwissenschaftler und Autor Hans-Dieter Kempf trifft den Nagel auf den Kopf indem er sagt:“Alles, was man zu lange macht, ist ungesund – und Sitzen gehört eben dazu.“

Eltern mit bestem Beispiel voran

Die Erwachsenen sollten in Zukunft mit einem guten Vorbild voran gehen und aktiv darauf achten sich mehr im Alltag zu bewegen. Der Nachwuchs schaut sich schließlich auch die negativen Gewohnheiten ab und gewöhnt sich schnell an das ungesunde und viel zu lange Sitzen. Kinder wachsen praktisch im Sitzen auf und kopieren den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern. Kinder wachsen praktisch im Sitzen auf und kopieren den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern.“, ergänzt DKV-Chef Clemens Muth.

Insgesamt wurden auch 300 Eltern zur Mediennutzung und dem Gesundheitsverhalten ihrer sechs- bis zwölfjährigen Kinder befragt. Dabei konnte festgehalten werden, dass 72 Prozent der Kinder der Befragten einen eigenen Fernseher haben. Zudem ist bei 50 Prozent ein Internetzugang frei zugänglich. Insgesamt nutzen drei Viertel der Kinder die verlockenden Angebote täglich mehr als eine Stunde. Die Umfrage befördert noch weitere schreckliche Erkenntnisse an das Tageslicht. So habe jedes fünfte Kind erst gar keine Lust nach draußen zu gehen um sich zu bewegen. Jedes siebte Kind habe darüber hinaus auch keine Zeit für Bewegung. Immerhin treffen 82 Prozent der Befragten Kinder ihre Freunde am Wochenende um gemeinsam zu lesen, ins Kino zu gehen oder Spiele zu spielen. Das Ganze erfolgt allerdings meistens auch sitzend.

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