Bevor der Seeweg nach Ostasien entdeckt und Flugzeuge erfunden wurden, machten sich bereits riesige Karawanen auf den Weg, um Waren aus China nach Europa zu transportieren. Diese Handelsroute ging schließlich als sogenannte Seidenstraße in die Geschichte ein. Später verlor der Landweg an Bedeutung, weil ein Großteil des Handels mithilfe von riesigen Containerschiffen abgewickelt wurde. Besonders eilige Ware hingegen landet im Flugzeug. Nun wurde aber eine neue Zugverbindung eingeweiht, die eine wichtige Ergänzung zu den beiden bisher genutzten Transportarten darstellen könnte: In Mannheim soll einmal wöchentlich ein Güterzug starten, der bis in die chinesische Region Chongqing fährt. Der sogenannte Transeurasia-Express legt 11.200 Kilometer zurück und benötigt dafür zwischen 17 und 18 Tagen.


Güterzüge werden zunehmend auch für den Transport von und nach Asien verwendet. Foto: LVT771 at de.wikipedia (Own work) [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Elektronische Schlösser informieren die Kunden

Damit ist er in etwa doppelt so schnell wie ein Containerschiff, das auf der selben Strecke rund 35 Tage unterwegs ist. Es handelt sich also um eine Transportmöglichkeit, die nicht so teuer wie das Flugzeug ist, gleichzeitig die Ware aber auch schneller als ein Schiff ans Ziel bringt. Der Güterzug wird zudem unterwegs noch vier Zwischenhalte in Malaszewicze (Polen), Brest (Weißrussland), Dostyk (Kasachstan) und Alashankou (China) einlegen. Auch dorthin können Waren geliefert werden. Elektronische Schlösser an den einzelnen Waggons sollen eine durchgängige Überwachung ermöglichen und den Kunden täglich mit Informationen versorgen. Dies funktioniert aber natürlich nur, wenn auch eine Internetverbindung vorhanden ist.

Das Interesse der Wirtschaft an der Zugverbindung ist groß

Die Deutsche Bahn hatte daher zuletzt in ein Startup investiert, das mithilfe von Satelliten ein weltweites und sicheres Kommunikationsnetzwerk für die Logistik erreichten möchte. Bis dahin muss der Transeurasia-Express vermutlich mit dem einen oder anderen Funkloch rechnen. Welche Waren mit dem Zug transportiert werden, lässt sich aktuell noch schwer abschätzen. Die Initiatoren des Projekts versichern aber, im Vorfeld bereits ein starkes Interesse der Wirtschaft in der Rhein-Main-Region rund um Mannheim verzeichnet zu haben. Auch auf chinesischer Seite wird dem Projekt eine strategische Bedeutung zugemessen. So reisten zur Eröffnung der Strecke eigens der Vize-Bürgermeister von Chongqing und der chinesische Generalkonsul in Deutschland an. Die längste Eisenbahnstrecke der Welt führt ebenfalls nach China, startet aber sogar bereits in Spanien.


Via: FAZ

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