Was macht die Menschheit eigentlich, wenn es nicht gelingen sollte, die CO2-Emissionen im Kampf gegen den Klimawandel ausreichend stark zu reduzieren? Auch mit dieser Frage beschäftigen sich Politiker und Forscher bereits seit langer Zeit. Ein Ansatz besteht darin, die Infrastruktur an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. Was recht simpel klingt, dürfte in der Realität aber wohl unter anderem die Umsiedlung von Millionenstädten zur Folge haben. Eine andere Idee ist daher das sogenannte Geoengineering. Dabei geht es darum, das Klima gezielt so zu manipulieren, dass keine Erderwärmung stattfindet. Möglich wäre das etwa durch gezielt in der Atmosphäre verteilte Schwefelpartikel. Diese könnten wie eine Art Schutzschild wirken, das Sonnenlicht reflektieren und so die Erwärmung auf der Erde verringern.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Die Manipulation des Klimas ist nicht ohne Risiko

Doch zahlreiche Kritiker warnen vor diesem Ansatz. Sie verweisen darauf, dass der Einsatz von Schwefelpartikeln in der Atmosphäre unabsehbare Folgen haben könnte. Außerdem wird immer wieder die These in den Raum gestellt, dass ein solches Vorgehen die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen erhöhen und den Wassermangel verstärken könnte. Dies hätte dann unter Umständen den unerwünschten Nebeneffekt, dass ein Großteil der Weltbevölkerung zwar profitiert – einige Regionen aber die Rechnung bezahlen müssten. Eine neue Havard-Studie scheint nun aber zumindest in diesem Punkt Entwarnung zu geben. Mithilfe detaillierter Computersimulationen wurde dort berechnet, wie sich das Geoengineering mit Schwefelpartikeln tatsächlich auf einzelne Weltregionen auswirken würde. Das Ergebnis: Nur in 0,4 Prozent der Gebiete kommt es tatsächlich zu Verschlechterungen.

Die Vereinten Nationen konnten noch keine Einigung erzielen

Dies gilt allerdings nur, wenn der Ansatz genutzt wird, um die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Noch ambitioniertere Ziele könnten zusätzliche Risiken mit sich bringen. David Keith, einer der Co-Autoren der Studie, warnt zudem: Noch ist die Technologie nicht reif für den tatsächlichen Einsatz. Er plädiert stattdessen für weitere Forschungsprojekte: „Es gibt immer noch nur sehr wenige Leute, die sich mit dem Thema beschäftigen und dementsprechend viele Ungewissheiten existieren noch.“ Doch das Thema ist auch auf internationaler Ebene umstritten. So hatte die Schweiz bei den Vereinten Nationen beantragt, die Weltgemeinschaft solle das Thema weiter erforschen. Ausgerechnet die USA, Saudi-Arabien und Brasilien blockierten den Vorstoß allerdings. Sie störten sich daran, dass der Antrag weiterhin der Einsparung von CO2-Emissionen die oberste Priorität einräumte.


Via: Inhabitat

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