Der enorme Verbrauch an Frischwasser ist ein großes Problem der Fracking-Industrie. Zuletzt berichteten wir daher über Forschungen, die den Frischwasserverbrauch senken sollten. Eine weitere Problematik besteht allerdings auch in der Behandlung des Schmutzwassers während der Bohrungen. Bleibt dieses unbehandelt oder wird nur unzureichend wiederaufbereitet, kann dies Folgen für die Trinkwasserversorgung ganzer Regionen haben. So untersuchten Forscher der „Duke-University“ zu Beginn des Monats das Abwasser einer Fracking-Bohrung im Westen von Pennsylvania und fanden unter anderem um das 200fache erhöhte Radiumwerte. Wissenschaftler des „Dartmouth College“ haben nun eine Methode entwickelt, mit der Fracking-Wasser leicht nachgewiesen werden kann. So soll die Verantwortlichkeit der Firmen erhöht werden.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Nachweismethode soll Behörden die Kontrolle erleichtern

Während nämlich die Tatsache der Wasserbelastung sich relativ leicht nachweisen lässt, war es bisher schwierig den Betreibern die konkrete Verantwortung nachzuweisen. Dies gelang nur, wenn man bereits das Frischwasser mit einem entsprechenden Indikator versah und diesen dann gegebenenfalls im Grund- und Abwasser wieder nachweisen konnte. Die neue Methode wiederum setzt auf natürliche Indikatoren, namentlich Bor und Lithium. Diese befinden sich in Lehmschichten unterhalb der Erdoberfläche und kommen mit dem Fracking-Wasser in Kontakt, wenn dieses unter hohem Druck in die Erde gepumpt wird, um Gesteinsschichten aufzubrechen. Theoretisch soll sich so verschmutztes Fracking-Wasser bis zu einem konkreten Bohrloch zurückverfolgen lassen – selbst wenn es bereits mit sauberem Frischwasser vermischt wurde.

Getestet wurde die Nachweis-Methode an 39 Bohrlöchern in Pennsylvania, Arkansas und West Virginia. Bis zu einer Konzentration von ungefähr 0,1 Prozent ließ sich Fracking-Wasser dabei noch nachweisen. Oder anders gesagt. Für einen Liter Fracking-Wasser, wurden 1000 Liter Frischwasser benötigt, damit kein Nachweis mehr stattfinden konnte. Ziel der Forscher ist es nun, die Methode so weiter zu entwickeln, dass sie von Behörden und Unternehmen genutzt werden kann, um die Wasserbelastungen der einzelnen Bohrungen konkret zu kontrollieren. Dies könnte die Verantwortlichkeit der Unternehmen erhöhen und für den Einsatz besseren Materials sorgen.
Eine Studie der Stanford University kam im Dezember nämlich zu dem Ergebnis, dass bei korrekt durchgeführten Fracking-Bohrungen keine Kontaminierung des Grundwassers stattfindet. Materialfehler und eine schlechte Verschalung sorgten aber doch immer wieder für ungewollte Abflüsse. Eine konkrete Nachweismethode solcher Wasserverluste könnte hier für ein höheres Problembewusstsein der Unternehmen sorgen.


Abwasserproblematik bleibt bestehen

Eine weitere Frage ist dann allerdings der Umgang mit dem Schmutzwasser, das nicht unkontrolliert abfließt. Einige Staaten verpflichten die Unternehmen das Wasser wieder sicher in Gesteinsschichten und Bohrlöchern unter der Erde zu lagern. Pennsylvania hingegen erlaubt es den Firmen das Wasser mit normalen Kläranlagen zu reinigen und anschließend in die Flüsse des Landes zu leiten. Für die immer mal wieder aufkommende Diskussion über Fracking-Bohrungen in Deutschland sind solche Beispiele sicherlich nicht gerade fördernd.

Quelle: Treehugger

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