Die „Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD)“ untersucht immer wieder die wirtschaftliche Situation in den einzelnen Mitgliedsstaaten. In einer aktuellen Studie haben sich die Experten nun mit der Auswirkung der zunehmenden Automatisierung auf die existierenden Arbeitsplätze beschäftigt. Deutschland ist demnach von der Problematik besonders stark betroffen: 18,4 Prozent der Arbeitsplätze werden der Studie zufolge komplett durch Roboter oder Computerprogramme ersetzt. Weitere 35,8 Prozent der Jobs stehen zudem vor einschneidenden Veränderungen. Zusammengerechnet sind demnach mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze hierzulande von den Auswirkungen betroffen. Damit liegt Deutschland deutlich über dem Durchschnitt aller OECD-Länder. Oder anders ausgedrückt: Der Handlungsbedarf ist in der größten Wirtschaft der Europäischen Union besonders groß.


Soziale Intelligenz kann von Robotern nicht ersetzt werden

Grundsätzlich ist den Forschern zufolge nicht so entscheidend, ob ein Job anspruchsvoll ist oder nicht. Vielmehr geht es um die konkreten Tätigkeitsprofile, anhand derer die Gefahr durch die Automatisierung bestimmt werden kann. Grundsätzlich gilt dabei: Je mehr soziale Intelligenz benötigt wird, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Aufgabe in naher Zukunft durch einen Roboter ausgeführt werden kann. Für Deutschland ist dies nicht zwingend eine gute Nachricht. Denn den Angaben der OECD-Wissenschaftler zufolge erfordern viele Jobs hierzulande tendenziell eher weniger soziale Intelligenz – und sind daher besonders stark gefährdet. Dies könnte etwa für viele Arbeitsplätze in der Automontage gelten. Bei Tesla allerdings wird aktuell vermutet, dass eine zu starke Automatisierung für die Produktionsprobleme beim Model 3 verantwortlich sind.

Jobs für Berufseinsteiger könnten seltener werden

Auch Mercedes hatte in der Vergangenheit Roboter wieder abgebaut und stattdessen auf menschliche Arbeitskräfte gesetzt. Einen wichtigen Punkt spricht die Studie zudem auch noch an: Problematisch ist die Entwicklung zunächst vor allem für junge Leute. Denn es sind vor allem die einfachen Einsteigerjobs, die wegfallen könnten. Führungspositionen, die in der Regel eine gewisse soziale Intelligenz erfordern, werden hingegen zumeist von Mitarbeitern besetzt, die bereits über Berufserfahrung verfügen. Auf lange Sicht würde dies für die deutsche Wirtschaft aber natürlich zu einem Teufelskreis führen. Denn wenn junge Menschen keinen Job mehr finden, gibt es irgendwann natürlich auch nicht mehr genug erfahrene Mitarbeiter. Wirtschaft und Politik sind daher gefragt, nach neuen Lösungsansätzen zu suchen.


Via: Welt

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