Der Fingerabdruck ist ein althergebrachtes Mittel zur eindeutigen Identifikation von Menschen. Im Laufe der Zeit kamen aber jedoch immer mehr Methoden hinzu, von Spracherkennung über die Identifikation mittels Iris-Scans und Scan des Herzschlags: Ein Mensch kann auf verschiedene Art und Weise identifiziert werden. Nun kommt eine neue Methode hinzu: Forscher der Binghamton University in New York haben eine Methode entwickelt, um einen Menschen anhand seiner Gehirnwellen zu erkennen.


Brain Scan
Foto: MRT Scans, Gerwin Sturm, Flickr, CC BY-SA 2.0

Unser Gehirn verrät, wer wir sind

Das erste Erkennungsmerkmal, wenn wir anderen Menschen begegnen, ist deren Gesicht. Diese Erkennungsmethode wird eingesetzt, seit es Menschen gibt. Aber mit immer neuer Technologie wurden auch neue Methoden zur Identifizierung erfunden. Die neueste Art heißt CEREBRE (Cognitive Event RElated Biometric REcognition) und könnte eines Tages dazu führen, dass Menschen nur mit Gedankenkraft durch Sicherheitsvorkehrungen kommen.

We imagine the applications for this technology being for high-security situations, like ensuring the person going into the Pentagon or the nuclear launch bay is the right person”, so die leitende Forscherin Sarah Laszlo von der Binghamton University in einem Statement.


Das Schadenpotential von nicht autorisierten Besuchen in solchen Institutionen ist enorm, weshalb ausgefeilte Methoden zur Identifikation von elementarer Bedeutung sind. Vorherige Versuche, Menschen anhand ihrer Gehirnaktivität zu erkennen, zeigten nur eine Genauigkeit von97 Prozent, was einfach nicht genug ist.

Dies lässt sich dadurch erklären, dass die bisherigen Methoden sich auf das Elektroenzephalogramm (EEG) verließen, was ein kontinuierliches Signal über einen bestimmten Zeitraum liefert. Der Nachteil daran ist, dass das Signal vom kognitiven Status des Menschen abhängig ist, der gescannt wird. Es bietet also nicht genug Ansatzpunkte für eine zuverlässige Identifikation.

https://www.youtube.com/watch?v=gY5wk1nAM8o

Identifizierung anhand von ERPs

Die neue Studie der Forscher von der Binghamton University greift jedoch auf ein anderes Signal namens event-related potential (ERP) zurück. Anhand dieses Signals lässt sich die Identität eines Menschen eindeutig feststellen.

ERPs sind kurze Signale, die produziert werden, wenn das Gehirn einem bestimmten Stimulus ausgesetzt ist. Da jeder Mensch andere Vorlieben und Geschmäcker hat, reagiert jeder auf unterschiedliche Art und Weise auf einen Stimulus. In der Studie wurden 50 Probanden 400 verschiedene Bilder gezeigt und die Reaktion ihres Gehirns gemessen. Auf Basis dieser Messungen wurde ein Profil jedes Probanden erstellt, das später genutzt wurde, um einzelne Individuen auf Basis ihrer ERPs zu identifizieren.

Nachdem sie genug Daten gesammelt hatten, konnten die Forscher beweisen, dass sie die Probanden anhand der Reaktion ihrer Gehirne auf diese Bilder identifizieren können. Die Technologie hat noch viel Potential für Verbesserungen, aber auch eine große Zahl potentieller Anwendungsmöglichkeiten, und zwar überall dort, wo eine persönliche Identifizierung nötig ist.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.