Wer unter Diabetes leidet, der kennt das leidige Thema mit dem Blutzuckertest. Mehrmals täglich müssen sich Diabetes-Patienten in den Finger oder ins Ohrläppchen stechen, um einen Bluttropfen zu erhalten, den sie verwenden können, um ihren Blutzucker zu testen. Eine Methode, die diesen Test ohne die Notwendigkeit einer Blutprobe durchzuführen, würde das Leben der Patienten erheblich vereinfachen. Forscher der Western New England University haben einen Sensor entwickelt, der den Blutzucker anhand der Atemluft testet.


Bild: Western New England University
Bild: Western New England University

Accetongehalt in der Atemluft als Indikator für den Blutzucker

Die Methode, aus dem Acetongehalt der ausgeatmeten Luft den Blutzucker zu berechnen, ist wahrlich nicht neu. Bisher waren entsprechende Sensoren jedoch teuer und für den Privatgebrauch schlicht zu unwirtschaftlich.

Das Grundproblem mit dieser Methode ist, dass in der Atemluft mehr Wasser als Aceton ist. Dies führt dazu, dass sehr präzise Sensoren nötig sind, um den Acetongehalt zu bestimmen. Diese Sensoren sind teuer. Deswegen konzentrierte sich die Forschung bisher darauf, das Wasser aus der Probe der ausgeatmeten Luft herauszufiltern. Dies ist jedoch schwieriger, als es sich anhört, da die Acetonpartikel erhalten bleiben müssen, während das Wasser aus der Probe entfernt wird.


Das Team rund um Dr. Ronny Priefer entschied sich für eine komplett andere Herangehensweise und nutzt das Wasser in der Luft sogar als Aktivierungsmittel für den entwickelten Sensor.

Die Technologie wird sich beweisen müssen

Der Sensor nutzt mehrere Schichten eines Polymers, das anschwillt, wenn es mit feuchter Luft konfrontiert wird. Die Acetonpartikel können diese Schichten penetrieren und miteinander verlinken. Diese Links können im Anschluss mittels einer Spektroskopie erkannt werden, woraufhin die Menge an Aceton in der Luft bestimmt werden kann. Daraus wiederum kann ein Algorithmus den Blutzuckerwert des Patienten berechnen. Der gesamte Prozess nimmt ungefähr zehn Sekunden in Anspruch und ist damit deutlich schneller als ein Blutzuckertest samt Entnahme der Blutprobe.

Die Technologie ist nicht sehr teuer und kann damit unter Umständen Einzug in die klinische Praxis und dann vielleicht sogar in den Privatgebrauch halten. Das Team hat bereits einen Prototyp entwickelt und bereitet aktuell eine klinische Studie für den Sensor vor. Außerdem hat sich das Team die Entwicklung patentieren lassen.

Der Sensor wird sich noch beweisen müssen. Vor allem wird sich zeigen müssen, wie zuverlässig er eine Unterzuckerung erkennen kann. Aber er bietet das Potential, das Leben von Diabetespatienten zu erleichtern.

via medGadget

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1 Kommentar

  1. dirk

    17. Mai 2019 at 16:55

    mehr infos zum gerät wie namen und ob man an studien teilnehmen kann oder wie das gerät heissen soll man es marktfähig sein soll ob es ähnliches gibt…. mehr fakten wären toll

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