Bisher gibt es keinen simplen Test, der eine Parkinson-Erkrankung nachweisen kann. Im Gegenteil: Die Diagnostik geht den umgekehrten Weg. Treten Symptome auf und alle anderen denkbaren Erkrankungen lassen sich ausschließen, handelt es sich um Parkinson. Stoppen oder gar heilen kann man die Krankheit dann allerdings nicht mehr. Viele Forscher hoffen aber, dass eine frühzeitige Diagnose helfen könnte, das auftreten der Symptome zumindest zu verlangsamen. An der La Trobe University in Australien wurde daher nun ein Bluttest entwickelt, der langfristig eine frühzeitige und sichere Diagnose ermöglichen soll. Sollte sich das Projekt auch in den klinischen Studien als erfolgreich erweisen, wäre dies der weltweit erste Bluttest für Parkinson.


Blutstropfen
Foto: precious drop, , Rosmary, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Michael J. Fox Stiftung unterstützt die Forschungsarbeit

Bisher wurde der neue Test dabei bei 38 Probanden durchgeführt, wovon 29 tatsächlich an Parkinson erkrankt waren. Die Ergebnisse wurden von den Forschern anschließend als sehr akkurat und zuverlässig beschrieben. Detaillierte Zahlen gibt es allerdings noch nicht, weil sich die Mini-Studie noch im Peer-Review-Prozess befindet. Zumindest waren die Ergebnisse aber so vielversprechend, dass sich ein prominenter Geldgeber für die weiteren Forschungsarbeiten fand: Die Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research unterstützt das Projekt mit dem Ziel, innerhalb der nächsten fünf Jahre einen entsprechenden Test auf den Markt zu bringen. Als nächstes soll daher nun eine größere Studie mit mehr Probanden durchgeführt werden.

Der Nachweis erfolgt indirekt über das Blut

Technisch betrachtet beruht der Test dabei auf einer Entdeckung aus den 1990er Jahren. Damals fand man heraus, dass eine zu starke Aktivierung der Mitochondrien die Ursache für Parkinson ist. Diese Aktivierung wird durch einen chemischen Prozess ausgelöst, der sich nun im Blut nachweisen lässt. Theoretisch könnte die Krankheit so also schon diagnostiziert werden, bevor überhaupt Symptome auftreten. Ein Problem gibt es dabei allerdings noch: Bisher kann nicht ausgeschlossen werden, dass der selbe Prozess auch mit anderen neuralen Erkrankungen – beispielsweise Alzheimer – in Verbindung steht. Auch daran werden die Forscher in den nächsten Jahren arbeiten.


Via: Popsci

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