Fluorchlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) gelten als echte Ozonkiller. Deshalb wurde ihre Produktion und Freisetzung bereits 1987 durch das Montreal-Protokoll auf der ganzen Welt verboten. 2010 wurde dieses Verbot auf einen weiteren Ozonschadstoff erweitert: Tetrachlormethan. Die chlorhaltigen Chemikalien verursachen eine Kettenreaktion in der Stratosphäre, die die Ozonschicht angreift. Jedoch hält sich nicht jeder an diese Verbote. 2014 entdeckten Forscher die Freisetzung von vier weiteren, bis dahin unbekannten FCKWs. Dieses Jahr sehen sie sich mit Emissionen von Trichlorfluormethan aus Asien konfrontiert – der Stoff ist ebenfalls nach dem Montreal-Protokoll verboten. Und nun fanden sie auch Hinweise auf eine Freisetzung von Tetrachlormethan.


Foto: Earth, Kevin Gill, Flickr, CC BY-SA 2.0

Schädigende Emissionen aus China

Ein Team rund um Mark Lunt von der University of Bristol hat untersucht, wie sich der Ausstoß des seit inzwischen acht Jahren verbotenen Tetrachlormethans seit dem Verbot entwickelt hat. Früher wurde die Chemikalie vor allem als Lösungs- und Reinigungsmittel sowie als Chemierohstoff genutzt. Letzteres Nutzungsszenario ist nach wie vor erlaubt – allerdings nur unter sehr hohen Auflagen.

Schätzungen der UN zufolge müssten die globalen Emissionen heute unter fünf Gigatonne pro Jahr liegen und weiter absinken. Trotz des offiziellen Ausstiegs aus der erlaubten Produktion dieses Gases haben wir keine Hinweise auf eine Abnahme der Emissionen gefunden„, so Lunt und sein Team. Die Forscher nutzten eine Messstation in Südkorea, um die Quellen für die Emissionen weiter einzugrenzen. Dabei fanden sie heraus, dass die Chlorverbindung zu einem großen Teil in China in die Umwelt abgegeben wird. „ rbindung stammt zum großen Teil aus China. „Die Quellen des Tetrachlormethans liegen vorwiegend in den östlichen Provinzen Chinas, um Jiangsu, Schanghai und Shandong. „In diesen Provinzen liegen große Industriezentren, die bereits zuvor als Quelle eines weiteren chlorhaltigen Methans, dem Methylchlorid (CH3Cl) aufgefallen sind„, so die Wissenschaftler. Aus dem Ort der Freisetzung allein könne man aber nicht darauf schließen, wie die Chemikalie in die Umwelt gelangte. So ist es auch unmöglich zu sagen, ob die Freisetzung bewusst oder unabsichtlich stattfindet.


Weitere Emissionen sollen verhindert werden

Die Hypothese der Wissenschaftler ist, dass ein Zusammenhang mit der Freisetzung von Trichlorfluormethan besteht, die ebenfalls dieses Jahr entdeckt wurde. „ Angesichts der Tatsache, dass Tetrachlormethan in der Produktion des Trichlorfluormethans eingesetzt wird und aufgrund der übereinstimmenden Veränderungen in der Verteilung der Emissionsquellen liegt eine Verbindung nahe„, so die Forscher. Mit einer genaueren Kontrolle wollen die Forscher die Thematik weiter eingrenzen und hoffen, weitere Emissionen der Substanz verhindern zu können.

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