Mit der „Produktionshölle“ hat Tesla-Chef Elon Musk ein neues Wort in die Wirtschaftswelt eingeführt. Gemeint ist ein Phänomen, das viele Startups kennen dürften: Auch der beste Prototyp kann manchmal nicht verhindern, dass beim Start der Massenproduktion unerwartete Probleme auftreten. Bei Tesla ließ sich diese Problematik an einer einfachen Zahl ablesen: Im dritten Quartal des vergangenen Jahres wurden lediglich 260 Tesla Model 3 gebaut. Geplant waren hingegen 1.500. Anschließend griff der Autobauer zu einer Reihe von – teils ungewöhnlichen – Notmaßnahmen. So wurden hunderte Mitarbeiter gefeuert, ein Teil der Produktion per Hand durchgeführt und auch die Händler mussten teilweise noch selber schrauben. Parallel dazu wurden in der Fabrik in Fremont und in der Gigafactory in Nevada die Produktionsprozesse weiter automatisiert und optimiert.


Bis zum Sommer sollen sich die Zahlen noch einmal verdoppeln

Dies scheint sich nun auszuzahlen. Zwar hat Tesla selbst noch keine aktuellen Zahlen bekannt gegeben. Der Branchendienst Electrek hat aber eine Analyse der Registrierungen neuer Fahrzeugidentifikationsnummern vorgenommen. Zwar weiß auch Tesla, dass diese Zahlen ausgewertet werden können und überspringt daher gerne einmal ein paar Nummern. Dennoch handelt es sich um einen zuverlässigen Anhaltspunkt für die tatsächlichen Produktionszahlen. Demnach produziert Tesla aktuell rund 2.000 Model 3 pro Woche. Damit wäre das konzerninterne Ziel von 2.500 neuen Fahrzeugen in der Woche bis Ende März in greifbarer Nähe. Danach soll es allerdings noch weiter gehen. Ab Juni sind 5.000 neue Model 3 pro Woche geplant. Ob diese Zahl erreicht wird, bleibt abzuwarten. Zumindest scheint Tesla aber auf dem richtigen Weg zu sein.


Die Produktion konnte schneller als früher gesteigert werden

Trotz der vielen verpassten Produktionsziele sollte eine Sache zudem nicht aus den Augen verloren werden: Verglichen mit den Modellen X und S konnte Tesla diesmal recht schnell sehr große Stückzahlen erreichen. Bei den beiden ersten Modellen dauerte es jeweils rund vier Jahre bis eine Produktion von 2.000 Autos in der Woche erreicht wurde. Beim Model 3  ist nun nicht einmal ein Jahr vergangen. Deutsche Kunden müssen aber dennoch länger als erwartet auf ihre Bestellungen warten – die ersten Auslieferungen sollen erst im Jahr 2019 erfolgen. Eile ist für Tesla allerdings geboten. Denn auch viele klassische Autobauer haben inzwischen Elektroautos im Angebot, die in direkter Konkurrenz zum Model 3 stehen. So etwa den 3er BMW mit Elektromotor.

Via: Electrek

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2 Kommentare

  1. Nightrunner

    28. März 2018 at 16:16

    Der 3-er BMW ist kaum eine Konkurrenz für das Model 3. Er wird mit Sicherheit – BMW-typisch – sehr viel teurer sein, also allenfalls die Nische zwischen Model 3 und Model S füllen. Das Model 3 dürfte noch längere Zeit konkurrenzlos sein.

  2. Nightrunner

    28. März 2018 at 16:20

    Übrigens: Tesla hat keine Händler. Es können allenfalls die Mitarbeiter der Tesla der Service-Center einzelne Zubehör-Teile nachträglich montiert haben.

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