US-Gerichte wenden sich zunehmend gegen Monsanto und das bekannte Herbizid »Glyphosat«. Trends der Zukunft berichtete bereits über einen Fall, in dem einem Krebskranken 285 Millionen Dollar Schmerzensgeld zugesprochen wurden. Später stufte ein Richter den Betrag auf 78 Millionen Dollar herunter, doch das ist immer noch eine gewaltige Stange Geld. Nun erleidet der Bayer-Konzern mit seiner Tochterfirma einen neuen Schlag.


„Monsanto sät den Tod“: Graffiti in Buenos Aires / Von JanManuEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Edwin Hardeman nutzte Glyphosat im eigenen Garten

Im jüngsten Prozess stufte die US-Jury Glyphosat wieder mal als krebserregend ein und sprach dem 70-jährigen krebskranken Kläger Recht zu. In der Folge erlebte die Bayer-Aktie an der Frankfurter Börse einen herben Absturz um 10 Prozent. Daran wird deutlich: Die Investoren beginnen allmählich, das Vertrauen in das Herbizid und seinen Hersteller zu verlieren. Der Kalifornier Edwin Hardeman hatte den internationalen Bestseller Glyphosat jahrelang rund um sein Haus genutzt, bis er schließlich schwer erkrankte und beschloss, Klage einzureichen. Mit seinem gerichtlichen Sieg bekommt er zwar nicht seine Gesundheit zurück, aber neben dem zu erwartenden Schmerzensgeld ergibt sich die wichtige Botschaft, das die Großkonzerne dieser Welt nicht alles mit uns machen können. Der Schuldspruch gegen Monsanto ist bereits da, im zweiten Teil des Prozesses wird das Finanzielle geregelt.

2015 kam es zum ersten lauten Knall

Monsanto selbst legt immer wieder dar, dass mehrere hundert Studien gegen die Gefährlichkeit von Glyphosat sprechen. Das Mittel stammt bereits aus den späten 70er Jahren und ist in 160 Ländern der Erde verbreitet. 2015 kam es dann zum ersten lauten Knall: Die zur WHO gehörende »Internationale Agentur für Krebsforschung« stufte glyphosathaltige Herbizide als »wahrscheinlich krebserregend« ein und brachte damit auf der ganzen Welt viele kleine Rädchen ins Rollen. Seitdem wächst die Gegenwehr gegen den Konzern rasant an, die Zahl der Klagen steigt. Dieser Protest wird nicht so schnell verhallen, weil er immer wieder neues Feuer erhält. Doch ob das Produkt irgendwann wirklich vom Markt genommen wird, wie viele es sich wünschen, steht noch in den Sternen. Weltkonzerne sind äußerst resistent.


Quelle: taz.de

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