Innere Blutungen sind eine teilweise unterschätzte Gefahr und können fatale Folgen haben. Selbst für Chirurgen sind sie oftmals nur mühselig zu stoppen. Wissenschaftler an der Zhejiang University School of Medicine in China haben nun allerdings ein möglicherweise entscheidendes Hilfsmittel präsentiert: Einen Wundkleber, der auf die betroffene Stelle aufgetragen wird und innerhalb von weniger als 20 Sekunden aushärtet. Bei Tests an Schweinen erwies sich der Ansatz bereits als überaus erfolgreich. So konnte ein rund vier Millimeter großer Schnitt an der Halsschlagader des Tieres ebenso wieder verschlossen werden wie ein Loch im Herzen des Schweins. Die Forscher versichern zudem, dass der Kleber selbst hohem Blutdruck standhalten kann.


Blut
Foto: „Bleeding finger“ Crystal (Crystl) aus Bloomington, USA – Flickr CC BY-SA 2.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Licht lässt den Wundkleber aushärten

Die grundsätzliche Funktionsweise des Wundklebers basiert auf der sogenannten extrazellulären Matrix. Dieser Gewebetyp ist vor allem im Bindegewebe zu finden und hält Haut und Blutgefäße elastisch. Der Trick bestand nun darin, diese Gewebestruktur mithilfe von Hyaluronsäure und Gelatine nachzubilden. Dies ist den chinesischen Forschern gelungen. Die Klebemoleküle verbinden sich mit dem umliegenden Gewebe und sorgen so dafür, dass kein Blut mehr austreten kann. Besonders clever: Die Aushärtung des Wundklebers beginnt, sobald er mit Licht in Kontakt kommt. Es müssen also keine weiteren Maßnahmen getroffen werden, um den Prozess in Gang zu setzen. Diese einfache Anwendbarkeit in Kombination mit der schnellen Wirkung machen den Klebstoff für den Einsatz in Krankenhäusern extrem interessant.

Zwei offene Fragen sind noch zu klären

Bevor er allerdings tatsächlich zur Wundbehandlung bei Menschen genutzt werden kann, müssen noch zwei Fragen geklärt werden. Zum einen wie lange der Wundkleber seine volle Wirkung entfaltet. Konkret muss sichergestellt sein, dass sich die Wunde nicht wieder öffnet, bevor sie vollständig verheilt ist. Zum anderen ist der Nachweis zu erbringen, dass keine giftigen Stoffe enthalten sind. Die beteiligten Forscher sind aber zuversichtlich, dass diese beiden noch offenen Punkte geklärt werden können. Die Idee eines flexiblen Wundklebers ist allerdings nicht ganz neu. Bisher ist aber noch kein Produkt auf dem Markt, das so schnell aushärtet wie die jetzt vorgestellte Variante. Dadurch wird die Anwendung deutlich vereinfacht.


Via: Science Alert

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