Im Kampf gegen Ebola gibt es gleich zwei neue Hoffnungsschimmer am Horizont. EinTeam um den Mikrobiologen Thomas Geisbert hat sowohl ein neues Medikament als auch einen neuen Impfstoff gegen die Krankheit entwickelt. Beide wurden bisher jedoch nur an Makaken-Affen getestet.


Ebola
Foto: Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Mit siRNA gegen Ebola

Das Forscherteam hat ein Medikament entwickelt, das auf einer “small interfering RNA” (siRNA) basiert. Mit dieser können Virusgene blockiert werden, der Virus wird dann an der Vermehrung im Körper des Wirts gehindert. Geisberts Team infizierte sechs Makaken-Affen mit Ebolaviren, die aus dem aktuellen Ausbruch stammen. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Nature” beschrieben.

Von diesen sechs Affen erhielten drei nach dem Ablauf von drei Tagen das neue Medikament. Die drei Tiere zeigten bereits Symptome der Krankheit, und dennoch erholten sich alle drei wieder. Die nicht behandelten Makaken verstarben an der Krankheit. Nun sind diese Ergebnisse noch nicht repräsentativ, und vor allem wurde die Methode noch nicht an Menschen erprobt. Aber sie gibt Grund zur Hoffnung.


Neuer Impfstoff soll Ebola eindämmen

Bereits vor zwei Wochen hatten Geisbert und seine Kollegen eine neue Strategie gegen Ebola vorgestellt. Derzeit gibt es zwei Impfstoffe, die in großen internationalen Studienprojekten direkt an Probanden in Afrika getestet werden. Am meisten Hoffnung macht dabei der Stoff cAd3-ZEBOV, der aus einem Schimpansen-Adenovirus besteht, mit dem nichtinfektiöses Genmaterial des Ebola-Virus in menschliche Zellen eingebracht wird. Der zweite Impfstoff, rVSV-ZEBOV, basiert auf einem Erreger aus der Nutztierhaltung namens Vesikuläre Stomatitis-Virus (VSV) mit einem Ebla-Oberflächenprotein.

Die Vakzine rVSV-ZEBOV rief bei einigen Probanden in einer Versuchsgruppe in Genf Gelenkschmerzen hinzu. Diese führten zu Sicherheitsbedenken gegen den Impfstoff, was Geisbert zum Anlass nahm, zwei neue Varianten zu entwickeln, die gegenüber dem Original deutlich schwächer ausfallen.

In einem Versuch mit 8 Makaken-Affen erwies sich der Impfstoff als erfolgsversprechend. Die Reaktion des Immunsystems der geimpften Affen fiel 10 Mal schwächer aus als bei einer Impfung mit dem Originalimpfstoff, aber die Tiere waren nach nur einer Injektion gegen Ebola immun, wie der Versuch einer Infektion mit dem aktuellen Virusstrang zeigte. Auch hier sind weitere Versuche notwendig, aber der Impfstoff könnte sich als Möglichkeit darstellen, eine Immunität gegen Ebola ohne nennenswerte Nebenwirkungen zu erreichen.

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