Wissenschaftler des „Salk Institute for Biological Studies“ haben menschliche Nervenzellen in das Gehirn von Mäusen eingepflanzt. Nach einiger Zeit ließ sich dann beobachten, dass eine Interaktion mit der Umgebung stattfand. So wurde das neue Gewebe an den Blutkreislauf angeschlossen und es entstanden neue Zellen, die bis tief in das Mäusegehirn vorgedrungen sind. Besonders interessant aber: Beide Teile begannen gegenseitig Signale abzufeuern. Die Forscher sprechen daher davon, dass ein gemeinsames neuronales Netzwerk entstanden ist. Zusätzliche Fähigkeiten erlangten die Mäuse dadurch allerdings nicht. Bei fast allen Tests schnitten die kleinen Tiere genauso ab wie vor der Operation. Lediglich bei einem Versuch fielen die Ergebnisse etwas schlechter aus, was auf die Folgen der Operation zurückgeführt wird.


Im Mäusegehirn leuchteten die menschlichen Zellen grün

Es war aber ohnehin nicht Sinn und Zweck des Experiment, den Mäusen menschliche Fähigkeiten zu übertragen. Vielmehr sollten die kleinen Hirn-Organoide genauer untersucht werden. Dabei handelt es sich um kleine Nervenknäuel, die auf menschlichen Stammzellen basieren und bis zu fünfzig Tage im Labor heranreifen. Diese wurden mit einem speziellen Gen versehen, sodass sie im Gehirn der Mäuse grün leuchteten. Die Frage war nun: Wie reagieren diese, auch als Mini-Gehirn bezeichneten, Organismen auf die Umgebung außerhalb des Labors? Aus dieser Perspektive lässt sich der Versuch also durchaus als Erfolg werten. Die organisierten Gewebeteile gelten als Modellgebilde und könnten etwa in der Forschung genutzt werden, um die Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer oder Schizophrenie genauer zu untersuchen.

Die Forschungsarbeit steht noch ganz am Anfang

Allerdings wirft die Forschung auch einige ethische Fragen auf. Zwar ist es nicht möglich, bei den Mäusen auf diese Weise tatsächlich eine Wesensveränderung zu erreichen. Dennoch dürfen auch normale Tierversuche natürlich nur durchgeführt werden, wenn sie gut begründet sind. Hinzu kommt: Die menschlichen Spender der Stammzellen, aus denen dann die Hirn-Organoide gezüchtet werden, müssen über die geplante Verwendung genau informiert werden. Die oftmals erteilte pauschale Genehmigung zur Verwendung in der Forschung reicht dafür nicht aus. Die Forschung mit den Mini-Gehirnen steht zudem noch ganz am Anfang. Selbst die beteiligten Wissenschaftler können nur schwer abschätzen, inwieweit sich die damit verbundenen Hoffnungen tatsächlich erfüllen werden.


Via: Engadget

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