Die Produktion von Raketen für den Flug ins Weltall ist eine aufwändige und teure Angelegenheit. In den letzten Jahren haben allerdings einige Firmen Anstrengungen unternommen, um die Kosten signifikant zu senken. Das bekannteste Beispiel ist mit Sicherheit SpaceX. Die Firma von Elon Musk setzt dabei auf die mehrfache Nutzung eines Großteils der Raketen. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt hingegen die neuseeländische Firma Rocketlab: Sie will Raketen in einer Art Massenproduktion fertigen und so die Stückkosten niedrig halten. In Auckland wurde die dafür benötige Fabrik in der letzten Woche offiziell eingeweiht. Dort sollen zukünftig rund 500 Raketentriebwerke pro Jahr produziert werden – was in etwa fünfzig Raketenstarts ermöglichen würde.


Bild: Rocketlab

Technische Probleme führten zu Startverschiebungen

Noch allerdings hat die Firma mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. So verlief der erste Raketenstart im Januar zwar erfolgreich. Seitdem sorgt aber ein defektes Steuerungsgerät für erhebliche Verzögerungen. Der zweite Start wird daher nun erst im November stattfinden. Bevor die Massenproduktion startet, sollen solche und ähnliche Schwierigkeiten aber behoben sein. Wie ambitioniert die Produktionsziele von Rocketlab sind, zeigt ein Vergleich mit der europäischen Ariane-Rakete: Von ihr werden aktuell lediglich sechs Exemplare pro Jahr produziert. Allerdings ist sie auch deutlich leistungsfähiger als die Raketen aus Neuseeland. Denn Rocketlab hat sich bewusst auf den Transport von kleinen Satelliten spezialisiert. Experten sehen in diesem Bereich ein gewaltiges Marktpotential.

Ein Raketenstart kostet 4,9 Millionen Dollar

So sind die Raketen darauf ausgelegt, Satelliten mit einem Gewicht von höchstens 150 Kilogramm zu transportieren. Dafür können die Firmen dann allerdings den Erdorbit auch selbst auswählen. Bisher ist dies oftmals nicht der Fall, weil kleinere Satelliten lediglich als Beiwerk auf großen Raketen mitfliegen und die Betreiber daher nur bedingt bei der Wahl der Umlaufbahn mitreden können. Die Startkosten für die neuen Raketen aus Neuseeland werden auf 4,9 Millionen Euro beziffert. In absoluten Zahlen handelt es sich damit um die günstigste Variante des Weltraumtransports. Schaut man sich allerdings die Kosten pro transportiertem Kilogramm Gewicht an, sieht dies unter Umständen schon anders aus. Bisher betreibt Rocketlab einen Startbahnhof in Neuseeland und einen an der Ostküste der USA.


Via: Rocketlab

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