Der Pazifikstaat Kiribati dürfte zu den ersten Opfern eines ungebremsten Klimawandels gehören. Schätzungsweise zwischen 2060 und 2070 wird der Meeresspiegel soweit angestiegen sein, dass die Inseln Kiribatis im Meer versinken. Die Regierung des Inselstaats hat daher bereits Verhandlungen mit den Nachbarstaaten aufgenommen, um im Ernstfall eine Umsiedlung der Bevölkerung zu ermöglichen. Der 38-jährige Ioane Teitiota wollte allerdings so lange nicht warten. Er beantragte in Neuseeland Asyl, da er aufgrund des Klimawandels in Kiribati nicht mehr sicher sei. Doch nun lehnte der Supreme Court Neuseelands den Antrag ab.


Kribatis Regierung sorgt für den Schutz der Bürger

Zwar stünden Kiribati unzweifelhaft schwierige Zeiten bevor, aber Teitiota erfülle dennoch nicht die legalen Voraussetzungen, um als Flüchtling anerkannt zu werden. „Es gibt keine Beweise, dass die Regierung von Kiribati darin versagt, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um ihre Bürger vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen“, urteilten die Richter. Deswegen drohten dem Antragssteller bei einer Rückkehr nach Kiribati keine unzumutbaren Schädigungen. Mit diesem Urteil endet ein seit dem Jahr 2011 andauernder Rechtsstreit. Der weltweit als „erster Klimaflüchtling“ bekanntgewordene Teitiota war bereits 2007 mit einem Touristenvisum eingereist und dann im Land geblieben. Dort war er vier Jahre später bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen. Anschließend beantragte er Asyl.


Rechtsprechung hängt immer vom Einzelfall ab

Nun droht dem 38-Jährigen zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern die Abschiebung nach Kiribati. Die Richter des Supreme Courts betonten allerdings, dass dies lediglich eine Entscheidung in diesem Einzelfall gewesen sei. Zukünftig sei es durchaus denkbar, dass aufgrund des steigenden Meeresspiegels Flüchtlinge aufgenommen würden. Bereits heute siedeln jährlich rund 100 Einwohner Kiribatis auf offiziellem Wege nach Neuseeland über. Die Regierung verhandelt zudem mit den Fidschi-Inseln, um dort Land für Umsiedlungen zu erwerben.

Via: Phys.org

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