Bis in die 1990er Jahre hinein wusste die Menschheit noch gar nichts von der Existenz des sogenannten Kuiper-Gürtels. Wirklich verwunderlich ist dies nicht. Immerhin handelt es sich um den äußersten Rand unseres Sonnensystems. Nicht zuletzt dank der Bilder des Weltraum-Teleskops Hubble kann man sich inzwischen aber ein recht gutes Bild von diesem Außenposten unserer Galaxie machen. Auf einem der Bilder entdeckten Forscher im Jahr 2014 einen Himmelskörper, dem sie den Namen Ultima Thule gaben. Nun ist die NASA-Sonde New Horizons an dem Objekt vorbei geflogen und hat rund 900 Bilder geschossen. Es handelte sich um eine der komplexesten NASA-Missionen aller Zeiten. Denn Ultima Thule liegt rund sechseinhalb Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Nie zuvor wurde ein so weit entfernter Himmelskörper untersucht.


New Horizons Sonde
New Horizons Sonde

Die Übermittlung eines Signals dauert mehr als sechs Stunden

Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch Erkenntnisse über die Entstehung unseres Universums. Denn es wird davon ausgegangen, dass Ultima Thule noch aus den ersten Tagen unseres Sonnensystems stammt und somit Auskunft über die damals herrschenden Bedingungen geben könnte. Noch müssen sich die Forscher allerdings ein wenig in Geduld üben. Denn die Kommunikation mit der Sonde ist aufgrund der großen Entfernung sehr zeitaufwändig: Bis ein Signal von der Basistation bis zur New Horizons gelangt ist, vergehen rund sechs Stunden. Noch einmal die selbe Zeit benötigt dann die Übertragung der Antwort. Dementsprechend lange wird es auch dauern, bis alle 900 Bilder komplett auf die Erde übertragen wurden. Zumindest ein erstes – noch scharf verpixeltes – Bild ist aber bereits eingetroffen – und sorgte bei den Wissenschaftlern bereits für Verblüffung.

Ultima Thule wird einen neuen Namen erhalten

Denn zu erahnen ist ein lang gezogenes Objekt, während man bisher davon ausging, dass Ultima Thule eher rund sei. Die deutlich detaillierteren Bilder in den nächsten Tagen sollen dann weiteren Aufschluss über die Beschaffenheit des Himmelskörpers geben. Dieser soll dann auch noch einmal einen neuen Namen erhalten. Ultima Thule wird lediglich inoffiziell genutzt bis die genaue Form des Objekts bekannt ist. Die Raumsonde New Horizons wiederum hat die Mission unbeschadet überstanden. Entwicklung und Bau der Sonde kosteten alles in allem rund 700 Millionen Dollar. Das Geld scheint allerdings gut angelegt zu sein, denn bereits vor einiger Zeit lieferte die Sonde spektakuläre Bilder des Zwergplaneten Pluto. In der Zukunft wird sie zudem weitere Gebiete des Kuiper-Gürtels aus einer etwas größeren Entfernung untersuchen.


Via: The Guardian

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