Die Stadt Lockport im US-Bundesstaat New York hat etwas mehr als 20.000 Einwohner. Im gleichnamigen Schulbezirk besuchen rund 5.000 Kinder eine Elementary School, eine Middle School oder eine High School. Zum Schutz der Schüler wird dort seit einiger Zeit hochmoderne Technik eingesetzt: Die Schulen werden mit Kameras überwacht, die mit einer Software zur automatischen Gesichtserkennung ausgestattet sind. Das dahinter stehende System soll Alarm schlagen, sobald sich jemand unbefugt auf dem Gelände befindet. Dazu gehören beispielsweise verurteilte Sexualstraftäter, Personen, die bereits Hausverbot erteilt bekommen haben und nicht näher benannte sonstige Gefährder. Die Bilder dieser Leute werden in einer Datenbank gespeichert und mit den erfassten Daten der Videoüberwachung abgeglichen.


Die Technik weist noch zahlreiche Schwächen auf

Befindet sich nun eine solche Person auf dem Geländer oder erkennt der smarte Algorithmus des Systems eine unerlaubte Schusswaffe, werden die Sicherheitskräfte alarmiert. Diese entscheiden dann über das weitere Vorgehen. Die Befürworter des Systems versprechen sich dadurch ein höheres Ausmaß an Sicherheit. Allerdings gibt es auch zahlreiche Kritiker. Einige verweisen auf die noch immer bestehenden Schwächen der Technik. So war die Zahl der Fehlalarme bei den bisherigen Testeinsätzen noch deutlich zu hoch – etwa beim Fußball Champions-League-Finale im walisischen Cardiff. Außerdem werden Personen mit nicht weißer Hautfarbe überdurchschnittlich oft zu unrecht verdächtigt. Diese Probleme ließen sich aber – zumindest theoretisch – durch weitere Verbesserungen der dahinter stehenden Technologie beheben. Es gibt aber auch ganz grundsätzliche Bedenken.


Datenschützer haben grundsätzliche Einwände

So sehen Datenschützer den Einsatz der Technologie äußerst kritisch. Denn theoretisch könnte das System auch zur Überwachung der Schüler eingesetzt werden. Zwar haben die Behörden versichert, dass keine entsprechende Datenbank mit Bildern aufgebaut werden soll. Dies kann sich aber theoretisch jederzeit ändern. Außerdem ist unklar, inwieweit die Schulen überhaupt in der Lage sind, die gesammelten – teilweise recht sensiblen – Daten gegen Angriffe von außen zu schützen. Am problematischsten aber: Bisher gibt es noch keine gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz der automatisierten Gesichtserkennung. Ein Gesetzentwurf auf Ebene des Bundesstaats New York spricht sich daher nun für ein zweieinhalbjähriges Moratorium aus. In dieser Zeit sollen Schaden und Nutzen der Technologie genauer evaluiert werden. Darauf aufbauend könnten dann verpflichtende Richtlinien verabschiedet werden.

Via: Recode

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