Kaum ist die Fußball-Europameisterschaft zu Ende gegangen, wirft schon das nächste große Sportereignis seine Schatten voraus: Am 05. August beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Während die meisten Sportfans dem Event mit großer Vorfreude entgegenblicken dürften, haben einige Sportler und Mediziner bedenken bezüglich des Austragungsortes. Der Grund: In Brasilien ist das Zika-Virus weit verbreitet – und kann bei Schwangerschaften zu erheblichen Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Die Befürchtung ist nun, dass Besucher und Sportler der Olympischen Spiele das Virus in die ganze Welt tragen könnten. In einem Teil des US-Bundesstaat New York wurden daher nun natürliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Fledermäuse sollen dort die Insekten fressen, die das Virus übertragen können.


tiger-mosquito-49141_1920

Eine Fledermaus frisst bis zu tausend Insekten pro Tag

In Long Island wurden daher zahlreiche Fledermaushäuschen aufgestellt, die den Tieren eine Heimat geben sollen. Fledermäuse verbrauchen dabei während ihrer Flugphasen deutlich mehr Kalorien als Vögel – und decken diesen Bedarf in Nordamerika vor allem durch das Verspeisen von Insekten. Schätzungen gehen davon aus, dass eine einzelne Fledermaus bis zu tausend Insekten pro Tag fressen kann. Der Trick dabei: Auf dem Speiseplan der Fledermäuse steht auch die asiatische Tigermücke, die für die Übertragung zahlreicher Krankheiten – unter anderem das Zika-Virus – verantwortlich gemacht wird. Die tierischen Helfer sollen so verhindern, dass das Zika-Virus in Long Island Verbreitung findet.


Der Ansatz ist noch mit einigen Fragezeichen behaftet

Der Ansatz ist dabei durchaus interessant, bringt aber auch einige Unsicherheiten mit sich. So ist wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen worden, ob das Aufstellen von Fledermaushäuschen tatsächlich deren Population erhöht. Auch ist noch unklar, inwieweit die Tiere tatsächlich für eine signifikant sinkende Verbreitung der Tigermücke sorgen können. In jedem Fall ist der Versuch mit den Fledermäusen aber deutlich umweltfreundlicher als der Einsatz von Pestiziden – und zudem deutlich schneller und einfacher umzusetzen als viele andere Alternativen. So wurden in Brasilien bereits männliche Tigermücken mit Hilfe radioaktiver Gamma-Strahlung sterilisiert und dann großflächig verteilt.

Via: Geek.com

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.