Der letzte Rest des 12.000 Jahre alten Hambacher Forstes ist in Gefahr: Der Energiekonzern RWE will ab Oktober mit weiteren Rodungen beginnen, um neue Braunkohlegebiete zu erschließen. Ein Stück Urwald soll also sterben, weil unter seinen Wurzeln eine klimaschädliche Energiequelle verborgen liegt.


Foto: Hambacher Tagebau, Johannes Fasolt, Wikipedia, gemeinfrei

Die aktuelle Braunkohlebilanz in Zahlen

Der Hambacher Tagebau misst mittlerweile unglaubliche 85 Quadratkilometer, soll aber recht bald noch weiter anwachsen. In ganz Deutschland mussten insgesamt etwa 100.000 Menschen ihre Siedlungen verlassen und sich einen anderen Wohnort suchen, weil ihre 300 Dörfer der Kohle zum Opfer fielen. 2015 wurden allein hierzulande 178 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, das sind mehr als 17 % der weltweiten Produktion, und unsere Vorräte sollen angeblich noch einige Jahrzehnte reichen. Erst 2040 läuft für den Tagebau Hambach die Abbaugenehmigung aus, und trotz allen Widerstands sieht es fast so aus, als gäbe es bis dahin wirklich kein Halten.

Ein Auslaufmodell, das schnell vom Tisch sein sollte

Die angestrebten Klimaziele werden allerdings mit diesem Energieträger nur sehr schwer zu erreichen sein: Braunkohle wird zu etwa 90 % in Kraftwerken verbrannt, um damit Strom zu erzeugen. Dabei geraten Feinstaub, Dioxine, Quecksilber und Schwermetalle in die Luft, aber auch ganz viel schädliches Treibhausgas. Pro Kilowattstunde Strom entstehen 980 bis 1230 kg Kohlendioxid, während es bei der verwandten Steinkohle nur 790 bis 1080 g sind: ein Riesenunterschied! Ein weiterer Vergleichswert: Ein modernes Gaskraftwerk setzt pro erzeugter Kilowattstunde 420 g Kohlendioxid frei. Ganz klar also, dass die Braunkohle ein Auslaufmodell ist, das so schnell es geht vom Tisch sein sollte!


Wir bringen der Braunkohle immer wieder neue Opfer

Der Heizwert ist einfach zu gering, im Material befindet sich jede Menge Wasser: Über den großen Braunkohlekraftwerken der RWE in Weisweiler, Niederaußem und Neurath hängen ständig weiße Dampfwolken – der Wasserdampf aus den Kühltürmen. Kein gutes Zeichen, das weiß jeder, der sein Zuhause mit Holz heizt! Steinkohle hingegen besitzt einen viel geringeren Wasseranteil und lässt sich deshalb viel effizienter in Energie umwandeln. Trotzdem bringen wir der Braunkohle immer wieder neue Opfer.

Quelle: geo.de

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1 Kommentar

  1. David Kummer BGE

    23. September 2018 at 15:36

    Eins bleibt im Artickel unerwähnt.
    Braunkohle wird einzig als Grundlast im Stromnetz betrieben. Mit Steinkohle werden dagegen die Unterschiede in den Erneuerbaren ausgeglichen. Das erkennt jeder, der sich auch nur mal 10min die Daten unter
    https://www.energy-charts.de/power_de.htm
    Anschaut. Stellt dazu ruig auch mal den Erport mit an. So wird das Bild noch klarer.
    Es ist mir ein Rätzel, oder auch wieder nicht wenn ich daran denke wie viel „Gespendet“ wird, wie noch immer behaubtet wird, die Braunkohle diene als Reserve für die Schwankungen der Erneuerbaren. Daher werden die Kraftwerke auch noch „gebraucht“. Was für ein Blödsinn.
    Na ja, ich kann nur immer wieder darauf hinweißen.

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