Die Ostsee ist in Deutschland ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Aber des Meer krankt, was unter anderem auch an seinen besonderen geografischen Begebenheiten liegt. Forscher fanden heraus, dass die Ostsee in Zukunft immer häufiger unter Sauerstoffmangel, giftigen Algenblüten und Überhitzung leiden wird. Grund ist der Klimawandel und der hohe Nährstoffeintrag. Um die Ostsee noch zu retten, müsste zeitnah gehandelt werden.


Ozean
Symbolbild
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bereits heute gibt es Probleme

Die Ostsee ist ein besonderes Meer. Sie ist beinahe komplett von Land umgeben – der Einstrom von frischem Wasser ist daher begrenzt. Deshalb reagiert die Ostsee auch besonders sensibel auf äußere Einflüsse wie etwa den Klimawandel und die großen Nährstoffmengen, die in das Meer eingebracht werden. Bereits heute gibt es in der Ostsee eine Menge Arten, die dort eigentlich nicht hingehören, giftige Blaualgenblüten sowie Sauerstoffmangel in den tieferen Schichten.

In Zukunft werden diese Probleme nur zunehmen. Dabei haben sich die Anrainerstaaten der Ostsee bereits vor einem Jahrzehnt darauf geeinigt, weniger Nährstoffe in das Meer einzubringen. Dieser „Baltic Sea Action Plan“ (BSAP) wird aber nur zögerlich umgesetzt, sodass eine Regeneration der Ostsee bisher ausbleibt.


Die Zukunft der Ostsee

Ein Team rund um Markus Meier vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde hat nun ein Modell erstellt, anhand dessen untersucht werden konnte, wie sich die Ostsee in zwei verschiedenen Klimaszenarien sowie drei verschiedenen Nährstoffbelastungen bis 2100 entwickeln würde. Bei den Klimaszenarien setzten die Forsche einmal eine gemäßigte sowie einmal eine starke Erwärmung voraus. Die Szenarien bezüglich der Nährstoffzufuhr enthielten die Umsetzung der BSAP-Ziele, die Weiterführung des Ist-Zustandes sowie eine steigende Belastung aufgrund steigender Bevölkerungszahlen.

Im Fokus unserer Modellierungen standen folgende Fragen: Kann die Ostsee einen guten ökologischen Zustand überhaupt noch erreichen? Wenn ja, wann und unter welchen Bedingungen? Und erstmals auch: Wie verändert sich die Wahrscheinlichkeit für Extremereignisse, wie sie unter anderem für die Entwicklung der Freizeit- und Tourismuswirtschaft relevant sind?„, erklärt Meier.

Die Ostsee braucht unsere Hilfe

Das Ergebnis ist wenig überraschend, aber dennoch erschreckend. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Ostseeregion sich durch den Klimawandel nachhaltig verändern werde. Bis Ende des Jahrhunderts wäre das Ostseewasser an der Oberfläche zwei bis drei Grad wärmer als heute. Außerdem könnten die Phasen mit Wassertemperaturen von mehr als 18 Grad bis zu vier Wochen länger dauern als heute.

Derartige Wassertemperaturen klingen zwar erstmal gut für Urlauber, für das Meer selber sind sie aber wenig zuträglich. Sie fördern giftige Algenblüten sowie den Sauerstoffmangel in tieferren Wasserschichten. Im Ist-Szenario oder dem Szenario mit hohen Belastungen erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit von extremen Blaualgenblüten bis Ende des Jahrhunderts um 1000 Prozent, so die Forscher.

Außerdem fördern warme klimatische Bedingungen und die damit verbundenen hohen Wassertemperaturen das Auftreten und die Verbreitung gefährlicher Keime. „ Bei uns an der Ostsee könnte dies zum Beispiel bedeuten, dass Infektionen mit den lebensgefährlichen, Sepsis verursachenden Vibrio-Bakterien gehäuft auftreten„, warnt Meier. Zu dieser Bakterienart gehört unter anderem der Cholera-Erreger. Wenn die Ziele des bisher nur sehr verhalten umgesetzten BSAP nicht erreicht werden, dann erwarten die Forscher zahlreiche weitere negative Folgen für das Ökosystem Ostsee. Eine positive Entwicklung des Umweltzustandes ist nur zu erwarten, wenn der Ostsee-Aktionsplan perfekt umgesetzt und der Klimawandel zumindest verlangsamt wird. Die Forscher fordern, die Entwicklung der Ostsee in Zukunft durch stringentes Meeresmanagement zu steuern.

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