James Dyson gehört mit einem geschätzten Vermögen von zwölf Milliarden Dollar zu den reichsten Briten überhaupt. So viel Geld häuft man in der Regel nicht an, indem man es leichtfertig aus dem Fenster wirft. Umso erstaunter reagierte die Fachwelt im Jahr 2017 daher auf die Ankündigung des Milliardärs, unter der Marke Dyson – die eigentlich für Staubsauger bekannt ist – ein Elektroauto entwickeln und vertreiben zu wollen. Überraschend war dieser Schritt aus zwei Gründen:


1. Dyson fehlte es vollständig an Erfahrung im Bereich des Automobilsektors. Die notwendige Expertise musste also zunächst eingekauft werden.

2. Bisher macht so gut wie kein Hersteller Gewinne mit dem Verkauf von Elektroautos. Wieso sollte Dyson also einen Teil seines Vermögens ausgerechnet in dieser schwierigen Branche investieren?


James Dyson wird zu den 1.000 reichsten Menschen der Welt gezählt. Foto: By Michiel Hendryckx (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Überschneidungen gibt es in der Batterieforschung

Vor allem diese Frage konnte bis zuletzt nicht beantwortet werden. Inzwischen scheinen aber auch dem Milliardär selbst Zweifel gekommen zu sein. Denn in einem Brief an die Mitarbeiter des Konzerns verkündete er zwar, dass die Entwicklungsabteilung ein phantastisches Auto konzipiert hätte. Leider sei eine wirtschaftliche Produktion aber nicht möglich. Weil sich auch kein Käufer für das Projekt fand, zog Dyson die Notbremse: Das Abenteuer im Automobilbau wird mit sofortiger Wirkung beendet. Ganz umsonst soll die Forschungsarbeit allerdings nicht gewesen sein. Denn zumindest im Bereich der Batterien und Sensoren ist Expertise aufgebaut worden, die nun auch im Stammgeschäft genutzt werden kann. Dennoch zeigt der Fall Dyson: Mit Elektroautos Geld zu verdienen ist eine enorme Herausforderung.

Für Singapur ist die Entscheidung ein Rückschlag

Einen Rückschlag stellt die Entscheidung auch für den Stadtstaat Singapur dar. Denn ausgerechnet dort wollte Dyson seine Fahrzeuge entwickeln und bauen lassen. Auch den Sitz seiner privaten Anlagegesellschaft verlegte er in die asiatische Metropole. In der britischen Heimat kam dies nicht besonders gut an. Zumal Dyson als Befürworter des Brexits gilt. In Singapur allerdings freute man sich über die Entscheidung des Milliardärs und hoffte, zukünftig wieder mehr Industrie ansiedeln zu können. Denn in den vergangenen Jahren ist vor allem der Dienstleistungssektor in dem Stadtstaat stark gewachsen. Um ein Ungleichgewicht in der Wirtschaft zu vermeiden, sollen daher nun massiv neue Industrien gefördert werden. Bekanntes Beispiel: Flugtaxis der deutschen Firma Volocopter.

Via: FAZ

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    11. Oktober 2019 at 15:07

    Schuster, bleib bei Deinem Leisten! Oder war das am Ende nur ein Werbegag, um Aufmerksamkeit zu erhaschen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.