Mit der zunehmenden Urbanisierung wird auch die schlechter werdende Luftqualität immer mehr zum Problem. Industriell und von Autos generierte Feinpartikel sind laut dem niederländischen Startup Envinity Group eine der größten Bedrohungen für die Volksgesundheit. Die Aussage kann man durchaus kritisch sehen, aber immerhin fordert schlechte Luftqualität weltweit mehr als 400.000 Tote jedes Jahr – das ist weit mehr als jeder andere Umweltfaktor. Die Envinity Group möchte gegen das Problem der Luftverschmutzung vorgehen – mit einer Art gigantischem Outdoor-Staubsauger.


Riesiger Staubsauger reinigt die Luft

Ideen zur Luftreinigung gibt es einige – das niederländische Startup verfolgt dabei eine recht naheliegende Idee: Gewaltige Outdoor-Luftfiltersysteme sollen die Luft in Städten von schädlichen Partikeln säubern. Das entsprechende Gerät hat das Unternehmen nun auf der Offshore Energy 2016 Exhibition & Conference in Amsterdam präsentiert. Es handelt sich dabei um einen großen, industriellen Luftfilter, der etwa 8 Meter lang ist und aus Stahl gefertigt wird. Das System kann auf dem Dach von Gebäuden installiert werden und saugt dort im Grunde wie ein riesiger Staubsauger Luft ein, um diese zu reinigen. Im Idealfall erhält die Anlage Strom aus erneuerbaren Energien und arbeitet so komplett CO2-neutral.

Nach Angaben des Unternehmens filtert das System 100 Prozent der Feinstaubpartikel und 95 Prozent der ultrafeinen Partikel aus der Luft. Der kraftvolle Motor zieht die Luft aus einem Umkreis von etwa 300 Meter ein, das System kann so 80.000 Kubikmeter Luft in der Stunde reinigen. Der Prototyp des Unternehmens wurde von dem Energy Research Center of the Netherlands getestet.


Feinstaub – der lautlose Killer

Die Envinity Group zeichnet ein recht dramatisches Bild von den Feinstaubpartikeln auf ihrer Webseite. Ohne dass wir es wirklich wahrzunehmen atmen wir sie quasi jeden Tag ein. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung der Europäischen Union sind Feinstaubpartikeln in einem Maße ausgesetzt, das die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Grenzen übersteigt. Die WHO hat Feinstaubpartikel auch als karzinogen eingestuft. Ultrafeine Partikel sind sogar noch schädlicher und stammen beispielsweise aus den Emissionen von Flugzeugen und PKW oder entstehen bei der Müllverbrennung. Laut der Envinity Group beschädigen diese Partikel das Nervensystem und können Infektionen verursachen.

Laut dem Unternehmen ist das System in seiner Art weltweit einzigartig und erlaubt es, die Bevölkerung vor den „leisen Killern“ zu schützen. Das System habe schon das Interesse von Flughafenbetreibern, anderen Unternehmen und Regierungen geweckt, so ein Sprecher der Firma.

 

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