Wenn Gewässer mit gefährlichen Keimen oder schmutzigen Schadstoffen belastet sind, sollten die Behörden dies möglichst früh wissen. Bisher allerdings ist die Entnahme von Wasserproben vergleichsweise kompliziert. So muss ein Mitarbeiter mit dem Boot aufs Wasser, dort nach verdächtigen Stellen suchen und anschließend eine Probe nehmen. Diese wiederum wird dann zunächst in ein Labor gebracht und dort analysiert. Die an der TU Delft entwickelte Amphibien-Drohne Pelican könnte diesen Prozess nun aber radikal vereinfachen. Denn sie kann einfach am Rande eines Gewässer ausgesetzt werden und fliegt dann selbstständig über das Gewässer. Mithilfe einer Kamera an Bord, sucht die Drohne zudem automatisiert nach verdächtigen Stellen – etwa großen Ansammlungen von Algen.


Die Probe kann innerhalb weniger Minuten analysiert werden

In diesem Fall landet die Pelican dann auf dem Wasser und nimmt eine Probe. Perspektivisch ist sogar geplant, dass das Gerät auch unter die Wasseroberfläche tauchen kann, um beispielsweise tiefer fließendes Wasser zu untersuchen. Nach der Entnahme der Probe fliegt die Drohne zurück an Land und übergibt diese an ein speziell entwickeltes Analysegerät des niederländischen Startups CytoBuoy. Dies hat den Vorteil, dass das entnommene Wasser direkt vor Ort analysiert werden kann – was im besten Fall zu exakteren Ergebnissen führt. Zwischen Entnahme und Analyse der Probe vergehen auf jeden Fall nur wenige Minuten. Die so gewonnenen Daten werden auf ein Online-Portal geladen und können dort von allen Interessierten eingesehen werden.


Die ersten Tests verliefen erfolgreich

Durch die Kombination der Amphibien-Drohne mit dem mobilen Analysegerät ist es so möglich, Gewässer autonom und quasi in Echtzeit zu überwachen. Aus Sicht vieler Behörden aber wahrscheinlich noch wichtiger: Der Einsatz der Drohne ist auch günstiger als jedesmal einen menschlichen Mitarbeiter mit dem Boot loszuschicken. Getestet wurde die Pelican bereits in diesem Sommer auf einem See in den Niederlanden. Ein Teil des dabei entstandenen Videomaterials ist oben zu sehen. In dieser Woche wurde der zweite Testflug absolviert, der ebenfalls ohne größere Probleme ablief. Die Hoffnung der Forscher ist nun, dass es möglichst bald gelingt, ein fertiges Produkt auf den Markt zu bringen und viele Kunden dafür zu gewinnen.

Via: New Atlas

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