Australischen Wissenschaftlern ist es gelungen, eine etwa erbsengroße menschliche Mini-Niere aus Stammzellen zu züchten. Das Organ entspricht in etwa der Niere eines ungeborenen Babys im ersten Schwangerschaftstrimester und soll in Zukunft bei der Entwicklung von Medikamenten und der Erforschung von Krankheiten helfen.


Foto: Minoru Takasato et al./Nature
Foto: Minoru Takasato et al./Nature

Mini-Organ aus Stammzellen

Um das Organ zu züchten, gewannen die Wissenschaftler erst Stammzellen aus menschlichen Hautzellen. Dabei handelt es sich um noch nicht differenzierte Zellen, die theoretisch zu jeder Zelle im menschlichen Körper werden können. Das Team des Murdoch Childrens Research Institute (MCRI) und der University of Queensland induzierte Wachstum zu Nierengewebe, und innerhalb von 18 Tagen wuchs ein kleines Miniatur-Organ mit etwa 100 Nephronen heran. Zum Vergleich: Bei einem erwachsenen Menschen hat die Niere etwa eine Millionen Nephrone. In der erreichten Größe entspricht das Mini-Organ etwa der Niere eines Fötus in der dritten Woche der Schwangerschaft. Laut Teamleiterin Prof. Melissa Little sind alle 20 in der menschlichen Niere enthaltenen Zelltypen in der gezüchteten Niere enthalten.

Nutzen für die Forschung

Das Team hofft, dass das winzige Organ wie eine normale Niere auf Medikamente und Umwelteinflüsse reagieren wird. So wäre ein Einsatz in der Medikamentenforschung, bei der Erforschung von Krankheiten und sogar zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Nierenerkrankungen führen – eventuell wäre es sogar möglich, Methoden zu entwickeln, um in Zukunft beschädigte Nieren wieder funktionsfähig zu machen.


Aber auch kurzfristig kann die Methode zum Einsatz kommen. Prof. Little erläuterte ihren Plan, an der Niere erkrankten Patienten Stammzellen zu entnehmen, um aus ihnen eine Niere wachsen zu lassen, mit deren Hilfe die Krankheit des Patienten dann besser nachvollzogen werden kann.

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