Batterie oder Wasserstofftank? Diese Frage scheint beim klassischen Automobil inzwischen weitgehend geklärt zu sein. Denn mit Ausnahme von Toyota setzen so gut wie alle namhaften Anbieter auf einen Elektroantrieb mit integrierter Batterie. Im Bereich der Transportfahrzeuge hingegen ist das Rennen noch völlig offen. Zwar sind auch hier schon einige Modelle mit Batterie auf dem Markt – etwa der Fuso eCanter von Daimler. Doch noch handelt es sich eher um Nischenprodukte. Das US-Startup Nikola Motors will dies mit einem Wasserstoff-Truck namens Nikola Two ändern. Die Vorteile der Technologie:


1. Die Reichweite ist mit 800 bis 1.200 Kilometern höher als bei klassischen Elektro-Lastwagen.

2. Das Nachtanken dauert weniger als 15 Minuten.


3. Weil keine schwere Batterie verbaut werden muss, erhöht sich die Nutzlast des Fahrzeugs.

Bosch ist auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern

Allerdings hat das Startup den Wasserstoff-Lastwagen nicht vollständig in Eigenregie entwickelt. Tatsächlich enthält der Prototyp auch jede Menge deutsche Ingenieurskunst. Dafür verantwortlich ist der Stuttgarter Autozulieferer Bosch. Dieser lieferte unter anderem die zentrale Einheit zur Steuerung der Fahrzeugelektronik. Außerdem stammen das Lenksystem, die Zentralverriegelung und die Sensoren anstelle der Außenspiegel aus Deutschland. Für Bosch stellt die Kooperation mit Nikola Motors die Chance dar, wichtige Erfahrung mit einer neuen Antriebstechnik zu sammeln. Dies ist von Bedeutung, weil der Zulieferer als führend im Geschäft mit Dieselfahrzeugen gilt. Deren Absatz hat im Zuge der Abgasmanipulationen aber stark nachgelassen. Über kurz oder lang müssen also neue Geschäftsfelder gefunden werden.

Die Brennstoffzelle ist das zentrale Element

Die im Prototyp des Nikola Two verbaute Brennstoffzelle stammt von dem schwedischen Anbieter PowerCell. Diese Kooperation soll aber nicht fortgesetzt werden, weil die Partner sich nicht über die Konditionen einer weiteren Zusammenarbeit verständigen konnten. Stattdessen baut Nikola nun eigene Entwicklungskapazitäten in diesem Bereich auf. Die Brennstoffzelle produziert Strom durch eine Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff. Die Lastwagen fahren damit emissionsfrei – vorausgesetzt der Wasserstoff wurde mithilfe von Erneuerbaren Energien gewonnen. Das Interesse aus der Industrie scheint jedenfalls gegeben zu sein. Eigenen Angaben zufolge liegen Nikola Motors bereits rund 13.000 Bestellungen für Wasserstoff-Lastwagen vor. Ab wann diese ausgeliefert werden sollen, ist allerdings noch nicht klar.

Via: Bosch

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3 Kommentare

  1. eisvogel

    23. April 2019 at 11:18

    Als Landwirt frage ich mich, wo bleibt der Wasserstoff- Traktor? Gerade wenn man tagelang mit Pflügen und Aussaat beschäftigt ist, wäre Wasserstoff die Alternative zu Diesel. Da ist an einen Akku- Antrieb gar nicht zu denken.

  2. mikeSun

    24. April 2019 at 14:55

    Wenn die Infrastruktur in den USA und Japan für Wasserstofftankstellen erfolgreich ins Laufen kommt, wird man sicher auch in Europa dem sinnvollen Trend folgen – zumindest bei den Nutzfahrzeugen (dann auch für die Landwirtschaft). In Japan sollen viele neue Wasserstofftankstellen entstehen bis zu Olympia 2020 – Toyota wird hier sicherlich eine treibende Kraft sein. Aus meiner Sicht wird in Deutschland dieses Thema oft durch Lobby-Aktivitäten unserer Automobilindustrie blockiert.

  3. Björn

    25. April 2019 at 10:07

    kA durch wen oder ob das Thema blockiert wird. Aber Wasserstoff, aus erneuerbaren Energie, sollte der aktuelle Kfz-Trend sein, Batterie-Fahrzeuge sind nur eine neue Zeitbombe.
    Mich kotzt die Abhängigkeit der Politik an, einfach grausam wie die sich neuer Technik verwehren. . . Was ist los mit den Pfeifen?

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