Lange Zeit war der Einsatz von Insekten als Lebensmittel in Deutschland untersagt. Erst eine EU-Verordnung, die Anfang des Jahres Gesetzeskraft erlangte, sorgte in diesem Bereich für neue Möglichkeiten. Eine Reihe von Unternehmen arbeitet daher nun an Essensprodukten auf Insektenbasis. So sorgte auf der Lebensmittelmesse Grüne Woche in Berlin ein Insektenburger für lange Schlangen. Der Trend hat inzwischen auch den Metro-Konzern erreicht – der nun ein erstes Produkt auf den Markt bringt. Für drei Monate wird es in Düsseldorf in der Metro-Zentrale Nudeln zu kaufen geben, die teilweise mit Mehlwurm-Mehl produziert werden. Entwickelt wurde das außergewöhnliche Produkt durch das Startup Plumentofoods. Verkauft werden die Nudeln in einem Laden der Marke „Emmas Enkel“ zu einem stolzen Preis: 250 Gramm kosten 5,99 Euro.


Foto: Metro

Der Anteil des Insekten-Mehls liegt bei zehn Prozent

Die Larven der Mehlwürmer müssen von einer Zuchtfarm in den Niederlanden importiert werden. Nach rund drei Wochen Wachstum werden die Würmer dann gefriergetrocknet und komplett gemahlen. Das fertige Mehl trägt schließlich den Namen „Buffalopulver“. Allerdings basieren die Nudeln nicht vollständig auf dem Würmer-Mehl. Vielmehr liegt der Anteil lediglich bei zehn Prozent. Dennoch soll durch die proteinreiche Beimischung der Nährgehalt der Lebensmittel stark zunehmen. Die Kunden in Düsseldorf können zunächst zwischen den Sorten Egg-Tagliatelle und Spätzle wählen. Die Verkaufszahlen dürften dann auch darüber entscheiden, ob das Thema weiter vorangetrieben wird. Entsprechende Pläne liegen bereits in der Schublade: So könnten etwa auch Müslisorten und Salat-Croutons auf Insektenbasis in die Regale der Supermärkte gebracht werden.

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Zuletzt aktualisiert am 18.08.2018

Weltweit gibt es mehr als 1.900 essbare Insekten

Blindverkostungen sollen zudem helfen, mögliche Vorbehalte bei den Kunden abzubauen. Nicht immer gelingt dies allerdings erfolgreich. So will das Unternehmen, in deren Anlagen die Nudeln produziert werden, nicht mit den Insektennudeln in Verbindung gebracht werden. Der Name darf daher auch nicht erwähnt werden. Als Zielgruppe haben die Metro und Plumentofoods insbesondere junge und ernährungsbewusste Menschen definiert. Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit rund 1.900 essbare Insektensorten gibt. In Europa werden zumeist allerdings nur die Buffalo-Mehlwürmer verarbeitet. Einige Experten gehen davon aus, dass Insekten einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung leisten können. Dazu muss es allerdings gelingen, Insekten als Nahrungsmittel auch in vielen weiteren Regionen zu etablieren. In Deutschland entsteht nun zumindest ein kleiner Anfang.


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