Vor rund sechs Wochen wurde der endgültige Startschuss des Ocean Cleanup Projects bekannt gegeben. Nach zahlreichen Versuchen mit kleineren Versionen, ist nun erstmals ein Modell in Originalgröße im Pazifik im Einsatz. Dort soll die Barriere Plastikmüll aus dem sogenannten Great Pacific Garbage Patch fischen, der dann von Helfern eingesammelt und dem Recycling-Prozess zugeführt werden kann. Bisher gibt es allerdings noch ein großes Problem: Das System funktioniert nicht wie geplant, sodass bisher so gut wie kein Plastik recycelt werden konnte. Zunächst schien allerdings noch alles nach Plan zu verlaufen und der Müll sammelte sich an der U-förmigen Barriere. Doch später mussten die an dem Projekt beteiligten Personen feststellen, dass das eingesammelte Material wieder freigesetzt wurde und somit nicht eingesammelt werden konnte.


Bild: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup

Der Plastikmüll schwimmt immer wieder davon

Der Grund dafür: Die Barriere ist nicht schnell genug unterwegs. Denn damit das Plastik nicht wieder aus der Fangvorrichtung verschwindet, muss diese logischerweise schneller sein als die Strömung, in der der Müll unterwegs ist. Den Berechnungen im Vorfeld zufolge sollte dies der Fall sein, weil die Barriere durch die Strömung, den Wellengang und den Wind angetrieben wird. Dennoch konnte bisher keine ausreichende Geschwindigkeit erreicht werden. Die Macher hinter dem Projekt haben daher zwei Dinge ausprobiert. Zum einen wurde die Seiten der Konstruktion ein bisschen weiter nach oben gezogen. Zum anderen wurde die Barriere insgesamt vergrößert. Theoretisch hätte dies dazu führen sollen, dass mehr Wind eingefangen werden kann und sich so auch das Tempo erhöht. In der Praxis erwies sich aber noch keine der Maßnahmen als erfolgreich.

Die Tierwelt schaut dem Spektakel weitgehend unbeschadet zu

Ein kompletter Fehlschlag ist das Projekt damit aber noch nicht. Die Initiatoren rund um den Niederländer Boyan Slat haben immer betont, dass am Anfang eine ausführliche Testphase nötig sein wird. Auch deshalb wurde bisher nur eine Barriere tatsächlich ins Wasser gelassen. Erst wenn bei dieser alle Kinderkrankheiten beseitigt sind, sollen dann 60 weitere gebaut und zum Einsatz gebracht werden. Sobald das System tatsächlich funktioniert, sollen durchaus ambitionierte Ziele erreicht werden: So ist geplant, die Menge an Plastikmüll in dem riesigen Müllstrudel alle fünf Jahre zu halbieren. In einem wichtigen Punkt gibt es immerhin schon erfreuliches zu berichten: Biologen vor Ort bestätigten, dass der Einfluss auf die Tierwelt nur minimal ist.


Via: New Atlas

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