Eine grausame Freitodwelle suchte Indien vor einigen Jahren heim: Geschätzte 200.000 Landwirte schieden aus dem Leben, weil sie völlig überschuldet waren. Sie mussten Jahr für Jahr für viel Geld genverändertes Saatgut kaufen und kamen damit auf keinen grünen Zweig mehr. Viele Menschen schluckten literweise Pestizide, um aus dem Leben zu scheiden. Wenn sich bei aller Schufterei nur die multinationalen Konzerne bereichern, dann muss dringend ein Ausweg her! Der Bundesstaat Sikkim hat eine gute Lösung gefunden.


Von Kailas98Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Schon in den 90er rief Sikkim den »Total Organic State« aus

In Sikkim stehen die Einfuhr, der Verkauf und der Einsatz von Pestiziden unter strenger Strafe – im Ernstfall geht es dafür hinter Gittern. Auch Kunstdünger dürfen nicht ins Land. Für indische Verhältnisse leben in dieser Region mit 620.000 Einwohnern nur wenige Menschen und die Möglichkeiten zum Anbau von Lebensmitteln halten sich in Grenzen. Denn Sikkim ist von Hochgebirgen geprägt, auf Terrassen an den Berghängen wachsen Hirse, Weizen, Buchweizen, Mais und Linsen. Aber auch Kiwis, Walnüsse, Gurken, Mangos und verschiedene Gewürze sowie Bananenstauden lieben das teils subtropische Klima, ebenso wie rankende Kürbisse. Chemie hat hier nichts zu suchen, Premierminister Chamberling erklärte sein Regierungsgebiet schon in den 90er Jahren zum »Total organic State«. Er bemerkte schon damals, dass Chemikalien und genverändertes Saatgut gefährlich für Mensch und Tier werden können.

Es geht um Bodengesundheit und clevere Fruchtfolgen

Bauern erhalten auf Schulungen das nötige Rüstwerkzeug, um ihre kleinteiligen Parzellen nach ökologischen Prinzipien zu bewirtschaften. Sikkim ist ein Land der Kompostanlagen, über 10.000 Stück gibt es von ihnen: Aus Pflanzenabfällen und Mist entsteht hier der wertvolle Biodünger, der die Nutzpflanzen nur so sprießen lässt. Aufgrund der hohen Biodiversität sind Schädlinge und Krankheiten selten geworden, doch treten sie einmal auf, bekämpft man sie mit natürlichen Methoden. Kuh-Urin gehört in dieser Hinsicht zu den durchschlagenden Kampfmitteln. Die meisten Landwirte versorgen sich und ihre Familie selbst und verkaufen die Überschüsse im lokalen Bereich. Bodengesundheit und clevere Fruchtfolgen stehen im Mittelpunkt des Bestrebens, denn diese beiden Komponenten bilden die Grundlage für den Erfolg. Bereits seit 2010 sind sämtliche 76.000 Hektar des Ackerlandes biozertifiziert!


Quelle: heise.de, daserste.de

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