Ein aktueller Test der Zeitschrift „Ökotest“ sorgt erneut für Aufsehen. Getestet wurden Fertigsalate. Das Resümee ist dabei mehr als ernüchternd. In vielen Erzeugnissen wurden Keime, Schimmelpilze und sogar Pestizide gefunden. Insgesamt konnte von neun getesteten Salaten nur einer empfohlen werden.


Fertigsalat
Frischer Salat Foto/ Michael Kammler

Fertigsalate größtenteils mit Keimen belastet

Die aktuelle Ökotest-Studie ist in der neuen Februar-Ausgabe der Zeitschrift abgedruckt. Ein Großteil der getesteten Fertigsalate wies Keimbelastungen auf, welche die entsprechenden Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie deutlich überschritten. Bei einem Salat kam es dem Report zufolge sogar gleich zu einer Überschreitung von drei bedenklichen Werten. Hier wurde die Gesamtkeimzahl, sowie der Anteil von Schimmelpilzen und Hefen deutlich überschritten. Die Salate wurden daher als nicht mehr verkehrsfähig eingestuft.

In einem Salatmix konnten die Tester sogar einen zehnfachen Anteil von Schimmelpilzkulturen nachweisen, als eigentlich erlaubt ist. Trotz der Reinigung der Salate, die vor dem Abpacken laut den Herstellern noch einmal mehrfach und gründlich abgewaschen wurden, konnten die Tester noch Spuren von bis zu acht Pestiziden nachweisen. Das Ergebnis ist erschreckend und bestätigt das ohnehin schon angekratzte Image abgepackter Fertigsalate.


Einige Proben enthielten Perchlorat oder Chlorat

Von jeder der neun Sorten wurden drei Proben entnommen, so dass insgesamt 27 Salate getestet werden konnten. Ökotest wies dabei in neun Tüten das Insektengift Cypermethrin nach. Diese Substanz wird unter anderem für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht. Sieben Packungen enthielten Spuren des Pilzgifts Iprodion, welches wiederum als krebserregend eingestuft wird. Anstelle abgepackter Salate, empfehlen die Experten von Ökotest den Kauf von frischen Salat. In 16 der getesteten Proben konnten auch Perchlorat beziehungsweise Chlorat nachgewiesen werden. Diese Stoffe fungieren den Testern zufolge unter anderem als Blocker für die Aufnahme von Jod durch die menschliche Schilddrüse. Das ist besonders bedenklich für Kinder, Schwangere sowie Menschen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden.

Plastikverpackungen begünstigen Bakterien-Vermehrung

Abgepackte Salate befinden sich oftmals in Plastik-Behältnissen, die wiederum ein begünstigendes Klima für die Vermehrung von Bakterien und Keime bilden. Wird die Kühlkette unterbrochen, fungieren die Behältnisse und auch Plastik-Tüten als Treibhaus für die Keime.

Der aktuelle Ökotest zeigt, dass vom Kauf derartiger Salate eher abgeraten werden kann. Mit wenig Zeitaufwand, kann man sich auch frischen Salat, Paprika und weitere Zutaten kaufen. Diese kann man  dann zuhause gründlich abwaschen, mundgerecht zerkleinern und frisch mit einem leichten Dressing verzehren. Zuletzt sorgte Ökotest mit einem umfangreichen Test von Hackfleisch für Empörung bei den Verbrauchern. Schließlich war ein Großteil der Proben ebenfalls mit Keimen belastet.

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