Der Staatsfonds in Saudi-Arabien wird auf wenig subtile Weise gefüllt: Das Land verkauft Öl und Gas. Die Einnahmen daraus werden dann genutzt, um sich weltweit an Firmen zu beteiligen. Nun berichtet die „Financial Times“ von einem besonderen Coup des Königreichs. Demnach hat der Staatsfonds gemeinsam mit der Investmentbank JP Morgan Aktien des Elektroautobauers Tesla aufgekauft. Inzwischen soll die Beteiligung zwischen drei und fünf Prozent betragen. Was zunächst einmal nach gar nicht so viel klingt, ist ein durchaus ansehnliches Investment: Legt man den aktuellen Börsenkurs zugrunde, musste dafür ein Milliardenbetrag gezahlt werden. Gleichzeitig wurde Saudi-Arabien dadurch zum achtgrößten Investor von Tesla. Ob weitere Aktienkäufe geplant sind, ist aktuell noch nicht bekannt.


Foto: Kremlin.ru [CC BY 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons

Saudi-Arabien wollte sich an einer Kapitalerhöhung beteiligen

Ein interessantes Detail wurde allerdings auch bekannt. So soll das Königreich ursprünglich angeboten haben, neu ausgegebene Tesla-Aktien zu kaufen. Bei einer solchen Kapitalerhöhung wäre das Geld direkt an den Konzern gezahlt worden. Im Gegenzug hätte sich aber natürlich auch der Wert der schon existierenden Aktien verringert. Das Tesla-Management entschied sich daher gegen diese Variante – was durchaus als gutes Zeichen gewertet werden kann. Denn offensichtlich sind noch genügend Geldreserven vorhanden, sodass aktuell kein neues Kapital von außen benötigt wird. Firmenchef Elon Musk hat zudem versprochen, in der zweiten Jahreshälfte einen positiven Geldfluss zu generieren. Oder anders ausgedrückt: Er will mit dem Verkauf der Elektroautos mehr Geld einnehmen als er ausgibt. Auch dies würde die Abhängigkeit von externen Investoren verringern.

Tesla-Chef Elon Musk sorgte für Verwirrung

Über die Frage, was Saudi-Arabien nun mit den Tesla-Aktien vorhat, kann nur spekuliert werden. Durchaus denkbar ist, dass die Fondsmanager den Autobauer schlicht für ein lohnendes Investment halten. Aber auch strategische Überlegungen dürften eine Rolle spielen. So könnte die Beteiligung den Versuch darstellen, sich für eine Zeit zu rüsten, in der das eigene Erdöl nicht mehr das Rückgrat der weltweiten Mobilität darstellt. Tesla-Chef Elon Musk sorgte zudem mit einigen Tweets für Verwirrung: Demnach denkt er darüber nach, das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Die Anteilseigner würden dafür 420 Dollar je Aktie erhalten. Dies sorgte zunächst für ein Kursfeuerwerk, das sich inzwischen aber teilweise wieder relativiert hat. Tesla wurde von der Finanzaufsicht inzwischen gezwungen, ein offizielles Statement zu veröffentlichen. Demnach ist in dieser Frage noch keine Entscheidung gefallen.


Via: Bloomberg

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