Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

In Zeiten des Booms wurden in den Vereinigten Staaten zahlreiche Firmen gegründet, die sich auf die Öl- und Gasgewinnung durch Fracking spezialisiert haben. Solange der weltweite Ölpreis konstant hoch blieb, verdienten die Unternehmen gutes Geld. Doch seit der Ölpreis massiv gesunken ist und nicht mehr von einer schnellen Erholung auszugehen ist, steht die Frackingindustrie vor Finanzierungsproblemen. Viele der zu guten Zeiten eröffneten Bohrstellen rentieren sich heute nicht mehr und die große Konkurrenz an verschiedenen Firmen drückt zudem auf die Gewinnmarge. Die fünftgrößte US-Frackingfirma Weatherford geht deswegen davon aus, dass bis zum Ende des Jahres rund die Hälfte der Firmen entweder verkauft oder untergangen sein werden.


Dramatische Kostenreduzierung nötig

Dies sagte zumindest Rob Fulks, Marketingdirektor bei Weatherford, auf einer Fachkonferenz in Houston. Dabei gestand er offen ein, dass auch seine eigene Firma von den Problemen nicht unberührt geblieben ist. Vielmehr habe man die Kosten „dramatisch“ senken müssen. So sei es aber beispielsweise gelungen, die Verträge mit den Betreibern von Sandminen neu zu verhandeln und dabei günstigere Konditionen durchzusetzen. Sand wird beim Fracking benötigt, um die Gesteinsschichten aufzubrechen und das Öl oder Gas freizusetzen.

Spektakuläre Übernahmen

Insgesamt operierten in den Vereinigten Staaten zu Beginn des letzten Jahres noch 61 Fracking-Spezialfirmen. Seitdem haben sich allerdings schon zwei spektakuläre Übernahmen ereignet: Halliburton kündigte an, den Konkurrenten Baker Hughes für rund 35 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen und C&J Energy Services Ltd übernahm die Frackinggeschäfte von Nabors Industries. Fulks geht davon aus, dass es noch eine gewisse Zahl weiterer Übernahmen geben wird und dass anschließend einige der dabei außen vor gebliebenen Firmen komplett vom Markt verschwinden werden.


Für Frackinggegner ist dies allerdings keine zwingend gute Nachricht. Denn sobald der Ölpreis wieder alte Höhen erreicht, dürfte sich auch das Frackinggeschäft wieder entsprechend beleben.

Quelle: Bloomberg

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