Momentan gibt es keinen großen Autohersteller aus Österreich. Bisher sind auch keine Pläne bekannt, die dies im Zeitalter der Elektromobilität ändern könnten. Mit dem Konzern Magna International hat aber zumindest einer der weltweit größten Zulieferer seine Wurzeln in Österreich. An diese Tradition scheint das Land nun anknüpfen zu wollen. Denn die Firma European Lithium will zwar selbst keine Elektroautos bauen, dafür aber in den Alpen eine europäische Lithium-Mine eröffnen. Diese könnte dann Hersteller aus aller Welt mit dem wichtigen Rohstoff versorgen. Bisher bereitet Lithium den Automobilmanagern nämlich aus zwei Gründen Kopfzerbrechen: Zum einen dürfte die Nachfrage durch den Umstieg auf E-Fahrzeuge stark ansteigen – was in der Regel zu steigenden Preisen führt.


Bild: European Lithium

Der Stollen wurde bereits in den Berg getrieben

Zum anderen liegen die bisher ausgebeuteten Vorkommen oftmals in Schwellen- und Entwicklungsländern. Dort müssen teilweise Kinder unter widrigsten Bedingungen in den Minen arbeiten. European Lithium wiederum versichert, dass in der geplanten Mine in Kärnten sämtliche österreichischen Vorschriften in Sachen Arbeitsrecht und Umweltschutz eingehalten werden sollen. Der große Vorteil des Projekts: Der notwendige Bergbau-Stollen existiert bereits. Denn 1985 hat die Republik Österreich dort eine Mine angelegt, um Uranerz abzubauen. Das Lithium hingegen ist noch vorhanden und kann so vergleichsweise einfach abgebaut werden. Geht es nach den Plänen des Unternehmens, könnten schon im Jahr 2021 die ersten Kunden beliefert werden. Innerhalb von 25 Jahren sollen dann 250.000 Tonnen Lithiumhydroxid aus dem Berg geholt werden. Eine entsprechende Nachfrage auf dem Weltmarkt dürfte dank der Elektroautos sichergestellt sein.

Noch hat das Unternehmen nicht alle Kritiker überzeugt

Doch es gibt auch Widerstände gegen das Projekt. Dieser stammt zum einen von Umweltschützern, die beispielsweise befürchten, dass durch das Projekt, Grundwasser verschmutzt werden könnte. Gleichzeitig warnen Grundstücksbesitzer in der Umgebung ebenfalls vor zu großen Eingriffen in die sensible Umgebung. Sie sprechen sich beispielsweise gegen die Asphaltierung einer Baustraße aus. Diese allerdings ist notwendig, damit auch Lastwagen die Mine erreichen können. Andere wiederum bezweifeln, dass das Projekt überhaupt seriös finanziert ist. So wurden einige der Geldgeber kürzlich von der US-Börsenaufsicht SEC angeklagt. Die Vorwürfe stehen allerdings nicht im Zusammenhang mit der Lithium-Mine in Österreich. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob das ehrgeizige Projekt tatsächlich innerhalb von nur drei Jahren realisiert werden kann.


Via: Wiwo

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